Klimaschutz:
Die Union setzt auf einen „marktwirtschaftlichen Klima- und Umweltschutz” und betont die Notwendigkeit, Klimaschutz mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden. Die Union will das Verbrenner-Verbot wieder rückgängig machen, aber auch die Ladeinfrastruktur für E-Autos ausbauen. Um Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen vor steigenden CO2-Kosten zu schützen, plant die Union einen Klimabonus: Einnahmen aus der CO2-Bepreisung sollen zur Senkung der Stromsteuer und der Netzentgelte genutzt werden. Zudem sollen Investitionen in Klimatechnologien und Energieeffizienz steuerlich attraktiver gestaltet werden.
Sozialbeiträge:
Die Unionsparteien wollen die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen stabilisieren, indem sie den Wettbewerb zwischen den Kassen fördern und „mehr Effizienz beim Einsatz von Beitragsgeldern” anstreben. Bei der Pflege setzt die Union auf Pflegezusatzversicherungen. Die könnten die Finanzlücke in der Pflege schließen, heißt es im Wahlprogramm. Solche Modelle sollten außerdem steuerlich besser absetzbar sein.
Pflege:
Die Union will die Angehörigen von Pflegebedürftigen finanziell entlasten. Pflegeaufgaben sollen sich zudem mit der Berufstätigkeit besser vereinbaren lassen. Beim Fachkräftemangel in der Pflege setzt die Union auf „attraktive Arbeitsbedingungen wie planbare Einsatzzeiten und Springerpools zum Abfedern von Belastungsspitzen, Aufstiegsmöglichkeiten, neue Berufsbilder und Anwerbungen im Ausland“.
Kinderarmut:
Die Union plant, „den Kinderfreibetrag in Richtung des Grundfreibetrags der Eltern zu entwickeln”, also deutlich zu erhöhen. „Entsprechend heben wir auch das Kindergeld an, das künftig nach der Geburt automatisch ausgezahlt werden soll”, heißt es im Wahlprogramm. Der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende soll ebenfalls steigen, Kinderbetreuungskosten sollen in höherem Maße steuerlich absetzbar werden. Staatliche Familienleistungen will die Union grundsätzlich bündeln und einfacher zugänglich machen. Der Begriff „Kinderarmut” fällt im Wahlprogramm nicht.
Klimaschutz:
Die SPD fordert einen bezahlbaren Klimaschutz für alle. Die Sozialdemokratinnen und -demokraten versprechen den Ausbau klimaneutraler Wärmenetze und öffentlicher Verkehrsmittel. Gleichzeitig sollen Haushalte, die sich den Umstieg auf eine Wärmepumpe oder ein E-Auto nicht leisten können, gezielt unterstützt werden. Die SPD bekennt sich in ihrem Wahlprogramm zu den Klimazielen Deutschlands und der EU. Die Partei setzt sich für einen gerechten CO2-Preis ein und für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Zudem sollen nicht nur Hausbesitzende, sondern auch ganze Dorfgemeinschaften an Solarpaneelen oder Windrädern beteiligt werden, um die Akzeptanz dieser zu stärken.
Sozialbeiträge:
Die Sozialdemokraten wollen die Sozialbeiträge für Versicherte sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nicht nur stabil halten, sondern zugleich Ungleichheiten zwischen verschiedenen Versichertengruppen abbauen. Sie streben eine Bürgerversicherung an, „die allen Menschen gleichen Zugang zu Gesundheitsleistungen in gleicher Qualität ermöglicht”, wie es in ihrem Programm heißt. Beiträge der Versicherten sollten sich noch stärker als bislang an deren wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit orientieren. Beamtinnen und Beamte des Bundes sollen durch pauschale Beihilfen „ein echtes Wahlrecht zur gesetzlichen Krankenversicherung” erhalten.
Pflege:
Für die häusliche Pflege schlägt die SPD eine Familienpflegezeit und ein Familienpflegegeld vor, ähnlich dem Elterngeld. Bei der stationären Pflege planen die Sozialdemokraten eine Begrenzung der Eigenanteile auf 1.000 Euro. Die SPD hält bundesweite Vorgaben für die Personalschlüssel im Gesundheitswesen für nötig und will zudem „gute Löhne” für die Branche durchsetzen.
Kinderarmut:
Die Sozialdemokraten wollen Kindern „mit einer Infrastruktur für soziale Teilhabe und armutsfesten, unbürokratischen Geldleistungen” helfen. Familien – insbesondere Alleinerziehende – mit niedrigem Einkommen sollen eine „Kombination aus Kindergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld” bekommen, die ausreicht, um nicht auf ergänzendes Bürgergeld angewiesen zu sein. In allen Kitas und Schulen soll es kostenloses Mittagessen geben.
Klimaschutz:
Die Grünen setzen auf „sozial gerechten Klimaschutz”. Der Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarenergie soll beschleunigt werden. Fossile Energieträger hingegen sollen zügig ersetzt werden, und Kohlekraftwerke spätestens 2030 vom Netz gehen. Die Grünen planen zudem die Einführung eines Klimagelds, um kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Das Geld dafür soll sich aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung von Gebäudewärme und Transport speisen. Zudem sollen klimaneutrale Hausrenovierungen und der Kauf von E-Autos gefördert werden.
Sozialbeiträge:
Kranken- und Pflegekassenbeiträge sollen nach dem Willen der Grünen künftig nicht nur von Löhnen und Gehältern bezahlt werden, sondern auch aus Kapitaleinkünften. Die Grünen wollen Versicherte und Arbeitgeber von versicherungsfremden Leistungen entlasten. Damit sind etwa die Rentenbeiträge von pflegenden Angehörigen oder die Beiträge für Bürgergeldbezieher gemeint. Sie sollen aus Steuermitteln bezahlt werden. Auch die Grünen sehen in einer Bürgerversicherung bei den Kranken- und Pflegekassen die Zukunft. Den Rentenbeitrag stabil und zugleich das gesetzliche Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent halten wollen sie, indem sie den Mindestlohn anheben sowie qualifizierte Zuwanderung fördern. Auch bei der Rente wollen sie den Übergang in eine Bürgerversicherung.
Pflege:
Die Grünen wollen mit besseren Arbeitsbedingungen versuchen, frühere Pflegekräfte zurückzugewinnen und dazu eine Rückkehroffensive starten. Außerdem soll es bessere Aufstiegschancen geben und mehr Kompetenzen für den Pflegeberuf. In der häuslichen Pflege wollen die Grünen die Freistellungen vom Beruf für Pflegeaufgaben erleichtern und eine Arbeitszeitreduzierung finanziell abfedern.
Kinderarmut:
Die Grünen wollen noch immer „schnellstmöglich” eine Kindergrundsicherung einführen. „Mit ihr wollen wir Antragsverfahren weiter verschlanken und stetig automatisieren, damit Kinder und ihre Familien die ihnen zustehenden Leistungen auch tatsächlich erhalten.” Das soziokulturelle Existenzminimum für Kinder soll neu berechnet werden und „armutsfest” sein. Alleinerziehende sollen bei der Anrechnung von Unterhalt und Einkommen entlastet werden.
Klimaschutz:
Die Linke fordert eine grundlegende Veränderung in der Klimapolitik. Sie will Konzerne und Profiteure der Umweltzerstörung stärker in die Verantwortung nehmen. Die Partei setzt sich für einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien ein, um eine günstige und klimafreundliche Energieversorgung sicherzustellen. Die Linke will ein Klimageld einführen, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten. Sie lehnt zudem den Emissionshandel in den Sektoren Wärme und Verkehr ab und fordert stattdessen verbindliche Emissionsgrenzen.
Sozialbeiträge:
Alle Menschen mit Erwerbseinkommen sollen nach den Plänen der Linken für die Rente in eine „solidarische Erwerbstätigenversicherung” einzahlen. Zusätzlich soll sich die Beitragsbemessungsgrenze verdoppeln. So soll das Rentenniveau auf 53 Prozent steigen können. Auch bei der Kranken- und Pflegeversicherung setzt die Linke auf eine Bürgerversicherung, hier will sie die Beitragsbemessungsgrenze komplett abschaffen. Die Krankenkassenbeiträge sollen so auf 13,3 Prozent sinken.
Pfege:
Die Linke fordert „für alle Beschäftigten sechs Wochen Freistellung bei vollem arbeitgeberfinanziertem Lohnausgleich beim ersten Auftreten eines familiären Pflegefalls”. Auch sollten pflegende Angehörige „Geldleistungen und Rentenpunkte” bekommen. In der stationären Pflege will die Partei die Eigenanteile erst deckeln und später ganz abschaffen. Sie fordert „bundesweite Offensive zur Rückanwerbung für Pflegekräfte”, will die Personalschlüssel gesetzlich festschreiben und plädiert für „flächendeckende Entlastungstarifverträge”.
Kinderarmut:
Die Linke plant eine Kindergrundsicherung, „von der alle Kinder und Jugendlichen profitieren”. Sie soll aus vier Komponenten bestehen: Das Kindergeld soll für alle Kinder auf 350 Euro im Monat steigen und nicht aufs Bürgergeld angerechnet werden. Der Kinderzuschlag „für Kinder, die in Armut leben”, soll ebenfalls steigen und gestaffelt nach Alter bis zu 379 Euro im Monat betragen. Zudem soll für arme Familien der auf ein Kind entfallende Anteil der „tatsächlichen Unterkunftskosten” staatlich finanziert werden. Hinzu kommen „einmalige und besondere Bedarfe” – als Beispiele führt die Linke Klassenfahrten und Umzugskosten an.
Klimaschutz:
Die FDP setzt in ihrem Wahlprogramm auf Innovationen und Marktwirtschaft. Sie fordert einen einheitlichen europäischen Emissionshandel und möchte Technologieverbote wie das Verbrenner-Verbot vermeiden, um kostengünstige Lösungen zu ermöglichen. Zudem setzt sie in der Mobilitätspolitik auf alternative Kraftstoffe wie E-Fuels und eine stärkere Vernetzung im öffentlichen Nahverkehr. Um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten, beabsichtigt die FDP eine Klimadividende einzuführen.
Sozialbeiträge:
Die FDP will die Menschen selbst entscheiden lassen, wann sie in Rente gehen, solange danach keine Sozialleistungen beantragt werden müssen. Daneben soll es nach dem Willen der Liberalen eine Aktienrente geben, für die ein Teil der Rentenbeträge in unabhängig verwalteten Fonds angelegt wird. Außerdem fordert die FDP steuerlich geförderte Depots für eine private Altersvorsorge. Einen Anstieg der Sozialbeiträge auf mehr als 40 Prozent will die Partei ausschließen. Um das zu erreichen, brauche es mehr „kapitalgedeckte Elemente in Renten- und Pflegeversicherung”.
Pflege:
Die FDP will neue Pflegekräfte im In- und Ausland gewinnen. Zudem soll das Personal in Heimen und ambulanten Diensten unter anderem durch „Automatisierung und Robotik” entlastet werden. Durch den Ausbau von Kurz- und Tagespflege sollen pflegende Angehörige entlastet werden.
Kinderarmut:
Im Wahlprogramm der Liberalen wird Kinderarmut nicht thematisiert.
Klimaschutz:
Die AfD macht eine «ideologiegetriebene Klimapolitik» für eine „energiepolitisch prekäre Lage” verantwortlich. Die Partei will wieder in die Kernenergie einsteigen und den Ausbau von Kohlekraftwerken sichern. Der CO2-Preis soll abgeschafft, Subventionen für erneuerbare Energien beendet und die Energiesteuern gesenkt werden. Förderprogramme für Elektromobilität sollen sofort beendet werden.
Sozialbeiträge:
Die AfD will laut ihrem Programm die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung senken, indem sie beide Versicherungsarten zusammenlegt. Das soll Verwaltungskosten sparen. Außerdem sollen Beiträge für Bürgergeldempfänger komplett aus dem Bundeshaushalt kommen.
Pflege:
Die AfD will die häusliche Pflege „deutlich höher finanziell honorieren”. Zur Frage von Eigenanteilen in der stationären Pflege, zum Fachkräftemangel und zu den schwierigen Arbeitsbedingungen findet sich im Programm der AfD nichts.
Kinderarmut:
Die AfD will aus dem Ehegattensplitting in der Einkommensteuer ein Familiensplitting machen. Dabei soll das Einkommen der gesamten Familie durch die Zahl der Familienmitglieder geteilt werden, was vor allem für Familien mit höherer Kinderzahl vorteilhaft wäre. Das fügt sich ein ins Ziel der AfD, die Geburtenrate zu erhöhen. Im Wahlprogramm sind außerdem eine Anhebung des Kinderfreibetrages und eine Senkung der Mehrwertsteuer für „Artikel des Kinderbedarfs” auf sieben Prozent vorgesehen. Das Wort „Kinderarmut” findet sich im Wahlprogramm nicht.