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Familienzoff unter der Tanne

Weihnachtszeit ohne Streit: 3 Tipps von Familientherapeutinnen

Über die Weihnachtsfeiertage und zwischen den Jahren sollen möglichst alle zusammenkommen und gemeinsam feiern. Doch vielen graut es vor Zoff an den Feiertagen. Von Charlotte Mühlhan

Ein Teenager-Sohn sitzt in einem weihnachtlich geschmückten Wohnzimmer und streitet sich mit seiner Mutter.
epd-Bild/Andrea Enderlein

Das Idealbild der glücklichen Familie

Nicht selten kommen besorgte Menschen kurz vor den Weihnachtstagen in die therapeutische Praxis von Julia Hermann-Lechler und ihrer Kollegin Christina Ode im Stuttgarter Stadtbezirk Sillenbuch. Die Familientherapeutinnen berichten, dass die Erwartungshaltung vor Weihnachten mit einem hohen gesellschaftlichen Druck verbunden ist. Allein die Werbung ist in der Vorweihnachtszeit auf die glückliche und heile Familie zugeschnitten, erzählt Hermann-Lechler.

Das Bild der perfekten Familie an Weihnachten wird einem vorgegaukelt

erklärt Julia Hermann-Lechler, Familientherapeutin

Konflikte unterm Weihnachtsbaum: Alte Themen neu entfacht

Dieses Bild ist auch bei Erwachsenen tief verankert. Obwohl der Wunsch nach einem schönen Weihnachtsfest mit der Familie da ist, kochen unter der Tanne häufig alte Konflikte wieder hoch. Meist handelt es sich dabei um alte Konflikte, die Menschen lange vor sich hergeschoben haben oder verdrängt haben.

Familienkonflikte offen ansprechen

Christina Ode rät dazu, Konflikte in der Familie offen anzusprechen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wer sich vor den Feiertagen fürchtet, sollte auch alternative Formen des Feierns in Betracht ziehen – selbst wenn das in der Familie enttäuschen kann.

Es ist nicht egoistisch nach sich selbst zu schauen

sagt Julia Hermann-Lechler

Es ist ein Wohnzimmer mit einem Weihnachtsbaum zu sehen, vor dem ein weihnachtlich gedeckter Esstisch und eine Vorspeise steht.
Unsplash/Julia Blumberg
Gemeinsame Zeit an Weihnachten kann zu Streit führen.

Umgang mit unangenehmen Fragen

Aber was macht man, wenn beim gemeinsamen Weihnachtsessen wieder die gleichen Fragen gestellt werden: Wo ist dein Partner? Warum ist dein Studium noch nicht abgeschlossen?  In solchen Fällen raten die Expertinnen dazu sich vor ab eine mögliche Antwort zu überlegen oder mithilfe einer höflichen Formulierung zu bitten das Thema zu wechseln. Beispielsweise kann man einen Satz sagen wie: „Das ist doch heute Abend nicht so wichtig".

Weihnachtsstress vermeiden: Auf sich selbst hören

Wenn einem doch alles zu viel wird, ist es zudem völlig in Ordnung den Raum einmal zu verlassen oder etwas frische Luft zu schnappen. Schließlich geht es an Weihnachten nicht darum zu Streiten und miese Stimmung zu verbreiten, sondern vor allem eine schöne Zeit im Kreise seiner Liebsten zu verbringen.