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KI und Kirche

Weltkirchenrat lobt Papst-Enzyklika zu Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz kann dem Menschen dienen oder zum Werkzeug der Mächtigen werden, warnt der Weltkirchenrat. Die neue Papst-Enzyklika gebe der Debatte um wirksame Schutzmechanismen für Freiheit und Menschenwürde daher einen starken Impuls. Von epd

Papst Leo XIV.
epd-bild/Divisione Produzione Fotografica/Vatican Media
Papst Leo XIV. im April 2026

Bedford-Strohm: Kirchen müssen Stimme in der KI-Debatte erheben

Der Weltkirchenrat hat positiv und dankbar auf die Enzyklika von Papst Leo XIV. zur Künstlichen Intelligenz (KI) reagiert. Die technologische Entwicklung habe eine solche Dynamik gewonnen, dass die Regeln für ihren verantwortungsvollen Umgang „nicht Schritt gehalten haben“, erklärte der Moderator des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Dienstag in Genf. Papst Leo gebe dieser Diskussion mit seiner neuen Enzyklika „Magnifica Humanitas“ („Großartige Menschheit“) einen starken Impuls.

Was ist der Ökumenische Rat der Kirchen?

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) mit Sitz in Genf, auch als Weltkirchenrat bekannt, ist ein Zusammenschluss von mehr als 350 Mitgliedskirchen in mehr als 120 Ländern. Die katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber mit dem ÖRK zusammen.

Bedford-Strohm: Kirchen können Stimme in der KI-Debatte erheben

Die Kirchen mit ihrer reichen Tradition der Reflexion über den Menschen hätten zum Thema Künstliche Intelligenz etwas Wichtiges zu sagen, fügte Bedford-Strohm hinzu. Er plädierte dafür, wirksame Mechanismen zum Schutz der Freiheit und der Menschenwürde vor Datenkonzernen zu etablieren, „deren Monopolmacht mittlerweile praktisch unkontrollierbar ist“, betonte der frühere bayerische Landesbischof.

ÖRK: Technik für das Gute einsetzen

ÖRK-Generalsekretär Jerry Pillay wies gleichermaßen auf die Herausforderungen der KI hin, die diese für spirituelle, moralische und ethische Werte hätten, wenn sie nicht sorgfältig kontrolliert und überwacht werden. Wenn Technologie für das Gute eingesetzt werde und dem Wohl des Menschen diene, stehe sie im Einklang mit Gottes Plan, merkte Pillay an.

In den Händen der Mächtigen und Reichen ist sie jedoch ein Werkzeug zur Selbstbereicherung und zum Missbrauch und von begrenztem Nutzen für die Armen und Ausgegrenzten.

sagt Jerry Pillay