Auch die Geschichte über die Bereitschaft Abrahams, einen Sohn zu opfern, werde in allen drei Religionen erzählt, fährt Dinkelaker fort. Im Judentum beim Versöhnungsfest, im Islam beim Opferfest und im Christentum an Karfreitag. Ein Schüler meldet sich: „Abraham soll seinen Sohn opfern, er opfert aber ein Tier.“ Der Theologe nickt: Abraham stelle seinen Glauben unter Beweis, aber Gott breche die Prüfung ab: „Gott will keine Opfer.“
Die angehenden Industriekaufleute verlassen das Zelt und versammeln sich vor einem Modell des jüdischen Tempels in Jerusalem zur Zeit Jesu. An der Wand läuft eine digitale Animation der Außen- und Innenansichten.
Der Tempelberg ist ein heiliger Ort für Juden, Muslime und Christen. Hier liegt ein Schlüssel für Frieden im Nahen Osten.
sagt Veit Dinkelaker
Die Schülerinnen und Schüler bekommen Gegenstände ausgehändigt und müssen an Stationen im Mitmach-Museum herausfinden, was es mit ihnen auf sich hat, darunter ein Gipsgefäß, eine Gewandfibel, ein Widderhorn und eine Silbermünze. Kurze Zeit später stellen die Teams ihre Erkenntnisse vor. Das Gefäß führt zu einer Vitrine mit Keramikfunden aus Israel. Die Schüler erklären, dass gläubige Juden Milchspeisen von Fleischspeisen trennen und dafür verschiedenes Geschirr benutzen, heutzutage sogar zwei Kühlschränke.
Einen Cheeseburger dürfen sie nicht essen, aber ein Veggieburger geht
sagt Veit Dinkelaker
Auch im Islam gebe es Speisevorschriften, aber nicht im Christentum: Von Jesus seien die Worte überliefert, dass nicht einen Menschen unrein mache, was in ihn hineingeht, sondern was aus ihm herauskommt, so wie böse Gedanken.
Andere Gegenstände weisen auf Phänomene, die in allen drei aus dem Nahen Osten stammenden Religionen vorkommen: Schülerteams erläutern, dass die antike Gewandfibel Gewänder verschließt, die auf Pilgerreisen getragen werden, dass Feiertage öffentlich angekündigt werden, so wie mit dem jüdischen Schofarhorn, und dass alle Religionen das Gebot kennen, mit Armen Geld zu teilen.