Wie Eltern und Großeltern mit Kindern über die Auferstehung sprechen können
Für das Gespräch mit Kindern birgt das eine große Herausforderung, denn: Wie vermittle ich dieses Paradox, das ich selbst nur schwer begreifen kann? Nach Erfahrung von Sabine Benz vom Pädagogisch-Theologischen Zentrum Stuttgart spielen bei den Vorstellungen von Kindern die verschiedenen Zeitebenen eine wichtige Rolle: Jesus lebt, er ist tot, er lebt wieder, vor 2000 Jahren, jetzt?
„Kinder versuchen sich dem Geschehen mit dem anzunähern, was sie aus ihrer Lebenswelt kennen, sie müssen erst verstehen, dass mit Auferstehung etwas anderes gemeint ist, dass auferstehen eben nicht aufstehen ist“, erklärt Sabine Benz. Im Gegensatz zu einem natürlichen Gottesverständnis, das sich überall auf der Welt im Menschen entwickle, gebe es kein natürliches Christusverständnis.
Kinder brauchen Puzzleteile und Impulse, aus denen sie sich ein Bild machen können
sagt Sabine Benz
Beim gemeinsamen Lesen und Erkunden der Bibelgeschichten sollten Eltern und Großeltern das Alter der Kinder beachten. Für jüngere Kinder in der ersten Klasse eignen sich demnach vor allem Geschichten, die den Weg von der Trauer zur Freude beschreiten, also die frohmachende Engelbotschaft am Grab oder die tröstliche Emmaus-Geschichte.
Bei älteren Kindern der vierten Klasse dürfen auch Erschrecken und Zweifel auftauchen. Wichtig sei dabei, dass man die Erzählungen nie allein stehen lässt, sondern unterschiedliche Facetten beleuchtet. „Nur so können die Kinder dem großen Geheimnis aus Kontinuität und Diskontinuität auf die Spur kommen.“
Pädagogische Zugänge zur Osterbotschaft
Eine für alle Beteiligten bereichernde Methode ist das Theologisieren, also ein ergebnisoffenes, reflektierendes Gespräch, das keine Antwort geben will, sondern individuelle Spuren legt. Der evangelische Theologe Christian Butt empfiehlt das Kreisen um christologische Fragen wie:
- Warum erkennt Maria Jesus erst nicht?
- Was verändert sich, wenn Jesus im Himmel ist?
- Warum gibt die Begegnung Maria Hoffnung?
Im Nachdenken und Sprechen könnten Kinder entdecken, dass es trotz vieler Übereinstimmungen einen Unterschied zwischen irdischem Jesus und auferstandenem Christus gibt, der nicht so leicht auszudrücken ist. „Sie erspüren, dass Jesus zwei Naturen hat, dass er ganz Mensch und ganz Gott zugleich ist“, sagt Sabine Benz. Hilfreich sei zudem, wenn Kinder immer wieder von Jesus hören.
Die Geschichten über Jesus müssen miteinander verknüpft werden, alles hat miteinander zu tun.
sagt Sabine Benz