Der Valentinstag geht mutmaßlich auf den heiligen Valentin von Terni zurück, einen Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert. Einer Legende zufolge traute der Geistliche heimlich Paare nach christlicher Tradition, womit er gegen das Verbot des römischen Kaisers und Christenhassers Claudius II. verstieß. Noch im Kerker heilte der zum Tode verurteilte Valentin die blinde Tochter seines Gefängniswärters. Bevor er enthauptet wurde, schrieb er ihr einen Abschiedsbrief, den er mit „Dein lieber Valentin“ unterzeichnete.
Papst Gelasius I. führte im Jahr 496 den Gedenktag des heiligen Valentinus am 14. Februar ein, um an dessen Taten zu erinnern. Doch die Existenz des heiligen Valentinus ist historisch nicht eindeutig belegt. Es könnte sich auch um eine Verschmelzung mehrerer Personen handeln, die alle den Namen Valentin trugen. So scheint es zur selben Zeit auch einen Mönch gegeben zu haben, der Liebende über die Klostermauer hinweg mit Blumen beschenkt haben soll.
Im Mittelalter begann man, den Valentinstag mit dem Ideal der romantischen Liebe zu verbinden. Besonders in England und Frankreich, wo die Tradition der freien, höfischen Liebe florierte, wurde der 14. Februar als Tag der Verliebten gefeiert, die auch ohne Trauschein ein Techtelmechtel wagten.
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Valentinstag in England zu einem Anlass, bei dem Liebende ihre Zuneigung durch das Verschenken von Blumen, Süßigkeiten und Grußkarten – den sogenannten „Valentines“ – zum Ausdruck brachten. Diese Tradition verbreitete sich später in andere Teile Europas und der Welt.
Obwohl der Valentinstag oft als kommerzielles Fest kritisiert wird, bleibt seine Botschaft der Liebe und Zuneigung ungebrochen. Es ist ein Tag, an dem wir dank des einst kopflosen Valentins innehalten und unseren Liebsten zeigen, wie viel sie uns bedeuten – sei es durch eine kleine Geste, ein liebevolles Wort oder ein humorvolles Augenzwinkern. Viele Kirchengemeinden auch in Württemberg, wie beispielsweise die Evangelische Kirchengemeinde Eningen unter Achalm, bieten am 14. Februar spezielle Valentinsgottesdienste inklusive Segen an, bei dem auch ausdrücklich Paare willkommen sind, für die es sonst keine offizielle kirchliche Segenshandlung gibt.
Doch nicht jeder ist ein Fan des Valentinstags. Für manche Singles ist der Tag eher Anlass, sich ihrer Unabhängigkeit bewusst zu werden. Und dann gibt es noch die humorvollen Anti-Valentinstag-Partys, bei denen man sich über die kommerzielle Seite des Festes lustig macht und das Single-Dasein feiert.