Tiefgründig, spannend und teilweise ironisch beschreibt Gabriel Bornstein David Dubnows Suche nach dem Vermächtnis seines einzigen Angehörigen Semjon. Semjon Dubnows zehnbändige „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ steht in Israel in jedem Bücherregal, der elfte Band gilt als verschollen. Auf der Suche nach diesem Buch verlässt der Sohn einer Holocaust-Überlebenden seine Familie und sein geordnetes Leben in Tel Aviv und reist mitten im Kalten Krieg unter abenteuerlichen Umständen nach Riga, dem letzten Wohnsitz des jüdisch-russischen Historikers Semjon.
Im dortigen Ghetto wurde der Schriftsteller 1941 von den Deutschen interniert und später erschossen. Davids Suche wird durch die Absurditäten des sowjetischen Systems erschwert: Wem kann er trauen, wer stellt ihm eine Falle? Dazu kommt die Sprachbarriere. Trotz aller Widrigkeiten findet David Semjons letzte Wohnung und auch die verlassene alte Synagoge. Im deren Umfeld begegnet er der schönen, geheimnisvollen Judica. Seine Leidenschaft für Judica und seine Obsessionen für das verschollene elfte Buch nehmen David immer mehr gefangen. Er, der in Israel mit Religion wenig anfangen konnte, wandelt sich. In Riga gibt er sich durch Pelzhut, Schläfenlocken und Vollbart als orthodoxer Jude zu erkennen. Als sich David vor Neonazis in Sicherheit bringen muss, entdeckt er den elften Band der „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“. Hierdurch erkennt er, dass Israel sein Land ist – David Dubnow kehrt zurück.