Die „Riesinnen“ werden sie genannt: Liese, Cora und Eva Riessberger, drei Generationen von Frauen im fiktiven Schwarzwalddorf Wittenmoos. Groß gewachsen sind sie – Riesinnen eben –, knorrig und unbequem.
Liese, die Großmutter, hat in die Metzgersfamilie Riessberger eingeheiratet. Nach dem Tod des ungeliebten Ehemannes pocht sie auf ihr Recht, die Leitung der Metzgerei zu übernehmen, erarbeitet sich Fachwissen und den Respekt ihrer Mitarbeiter. Cora, die Tochter, zieht hinaus in die Welt, kehrt wieder heim, als sie schwanger ist. Sie zieht ihr Kind Eva alleine auf. Und erweitert nebenher den Familienbetrieb um ein Restaurant, das bald weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist. Eva wächst in dieser Familie und im Gasthof auf, geliebt und mit einer tiefen Verbundenheit für den dunklen Wald ihrer Heimat. Ihre Erfüllung findet sie genau dort, als Försterin.
Sie werden einem nah und lieb im Verlauf der Geschichte, die Riesinnen. Auch wenn sie den Leser immer etwas auf Distanz halten durch ihre Kratzbürstigkeit und Entscheidungen, die man nicht ganz versteht. Jede hat ein Geheimnis, manches erschließt sich mit der Zeit. Hannah Häffner – selbst im Südwesten Deutschlands beheimatet – hat es geschafft, jeder der Frauen eine eigene Sprache zu geben. Das Thema Heimat und die Frage nach den Wurzeln zieht sich durch das Buch und mündet in der Erkenntnis: „Was ist falsch an Wurzeln? Sie halten dich, das ist es, das ist ihr Fehler und das einzig Sinnvolle, das sie tun.“