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Buchtipp: „Moosland“ von Katrin Zipse

Ein ganz neues Leben

1949 beginnt Elsa ein neues Leben in Island: zwischen Sprachlosigkeit, alten Wunden und der Hoffnung auf ein neues Glück. Von Kira Geiss

Buchtipp: „Moosland“ im Vordergrund. Im Hintergrund ist ein aufgeschlagenes Buch zu sehen. Buchtipps
Canva
Katrin Zipse: „Moosland“. DuMont 2026, 224 Seiten, 24 Euro.

1949 warb der isländische Bauernverband 300 junge deutsche Frauen an, damit diese für mindestens ein Jahr auf einem isländischen Hof arbeiten – die Heirat mit einem Isländer war ausdrücklich erwünscht. Aus dieser unbekannten deutsch-isländischen Geschichte hat Katrin Zipse einen Roman geformt, der sich um die schweigsame Elsa dreht.

Elsa kommt nach einer langen Schiffsreise endlich auf der kalten Insel an, nur um dort festzustellen, dass sie am liebsten sofort wieder fliehen würde. Die isländische Sprache ist ihr fremd, nachts holen sie die Albträume von früher ein und egal welche Aufgabe sie zugeteilt ­bekommt, nichts will ihr auf Anhieb gelingen. Es ist ein hartes, karges Leben, in dem sie nur mühsam ihren Platz findet. Doch je länger Elsa in Island lebt, umso mutiger wird sie. Sie entdeckt in der Speisekammer ein Foto, das die verschollene Tochter der Bauern zeigt, und sie freundet sich mit den beiden Söhnen an, die gemeinsam mit ihr auf dem Hof leben. Ob eine Liebesbeziehung mit einem der beiden trotz der Sprachbarriere möglich ist, weiß sie nicht.

Katrin Zipse erzählt in ihrem neuen Roman „Moosland“ einfühlsam und klar, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Leben von Sprachlosigkeit bestimmt wird. Gemeinsam mit Elsa lernen die Leser und Leserinnen Stück für Stück die isländische Kultur und Sprache kennen, bis all die Eigenheiten und Rituale der isländischen Bauernfamilie gar nicht mehr so fremd erscheinen. Ein außergewöhnlicher Roman, der das Schicksal vieler Frauen zusammenfasst.

Das Buch erhalten Sie über den Gemeindeblatt-Onlineshop oder beim Gemeindeblatt-Leserservice unter 0711 60100-28.