„Zwei Wochen am Meer“ ist der Roman einer Urlaubsreise und eines jährlich wiederkehrenden Rituals. Die Londoner Familie Stevens fährt für zwei Wochen an die englische Südküste.
Es ist vielleicht das letzte Jahr, in dem die ganze Familie mitfährt, denn zwei der drei Kinder sind in einem Alter, in dem man anfängt, eigene Wege zu gehen. Doch in diesem Jahr ist es noch einmal wie schon lange. Man bezieht die etwas in die Jahre gekommene Pension, richtet sich am Strand ein, gönnt sich etwas, plant Unternehmungen, macht vieles gemeinsam und jeder einiges für sich.
Das alles scheint nicht aufregend zu sein und doch verändert es die Menschen, die diesen Urlaub erleben. Sie werden nachdenklicher, reflektieren, entwickeln Sehnsüchte, schmieden Pläne.
„Selten wurde das alltägliche Leben in all seiner Würde feinfühliger zu Papier gebracht“, schreibt Literatur-Nobelpreisträger Kazu Ishiguro über dieses Buch. Erschienen ist es 1931 und zwei Jahre später wurde es erstmals ins Deutsche übertragen und zunächst in Fortsetzungen in der Frankfurter Zeitung gedruckt.
„Ich wollte über einfache Menschen schreiben, die normale Dinge tun“, sagte R. C. Sherriff über seinen Roman. Dies ist ihm so hervorragend gelungen, dass auch den heutigen Lesenden, denen ständig Spektakel, Neuerungen und Superlative vorgesetzt werden, merken, was die kleinen Hervorhebungen im normalen Leben so bedeutend macht. In der neuen Übersetzung von Karl-Heinz Ott ist das Buch eine ideale Sommerlektüre, ob im Alltag oder im Urlaub.