Friedrich gilt heute als der Maler der Deutschen Romantik. Er schafft es, uns mit ins Bild hineinzunehmen – fast immer sind es Rückenfiguren, die er darstellt. Am stärksten gelingt ihm das vielleicht im Bild „Mönch am Meer“: Der einsame Mönch, mit all seinen scheinbaren Glaubensgewissheiten, steht dräuenden schwarzen Wolken einsam gegenüber. Ein Unwetter wird gleich über ihn hereinbrechen. Wird ihm Gott da beistehen? Das macht Friedrichs Bilder so aktuell: das Ausgeliefertsein, die Ohnmacht gegenüber Mächten, die wir nicht beeinflussen können. Friedrichs Bilder implizieren immer auch den Gotteszweifel.
Florian Illies ist Kunsthistoriker, Feuilletonist und Buchautor. Er hat ein kurzweiliges Buch über den Maler geschrieben. Dabei kommt Erstaunliches zutage, dass er, statt aus eigener Ortskenntnis, von Skizzen anderer einen sonderbaren Watzmann gemalt hat, der auch ein bisschen Harz enthält. Über allem steht die Aussage eines Zeitgenossen von Friedrich, der Maler habe „in seinen Bildern eine Vorstellung vom Leben jenseits des Irdischen erweckt, indem er immer eine Natur zeige, die auf wundersame Weise eine Ahnung davon in sich trägt.“ Wer Caspar David Friedrich besser kennenlernen möchte, dem ist Illies’ Buch zu empfehlen.