Inge wird 1933 geboren, ihre Eltern betreiben eine kleine Landwirtschaft. Die Mutter ist in Haus und Hof beschäftigt, der Vater arbeitet auswärts. So bleibt für die Kinder wenig Kraft und Zeit, denn zuerst müssen Kühe, Schweine sowie Federvieh versorgt und die Felder bestellt werden. Die Kinder sind weitgehend sich selbst überlassen. Inge erinnert sich: „Mutter vertraute uns Kindern und Gott.“ Am Sonntagmorgen geht man gemeinsam in die Kirche, am Nachmittag in die „Stund“.
An Weihnachten denkt Inge gerne zurück; es war eine stille und heilige Zeit, voll Vorfreude auf die wenigen Geschenke. Wobei diese bald darauf weggeschlossen wurden, um beim nächsten Weihnachtsfest wieder unter den Weihnachtsbaum gelegt zu werden.
Lebensmittel waren zu der Zeit kostbar, nichts wurde verschwendet. Zum Frühstück gab es „Milcheibroggad“, manchmal kamen an Sonn- und Feiertagen Fleisch und Wurst auf den Tisch. In der Nachkriegszeit war deshalb eine Konfirmation ein großes Fest, bei dem Siedfleisch, Braten, Knöpfle und Kartoffelsalat aufgetischt wurden.
Inges Lehrjahre sind schrecklich, denn ihr Lehrmeister schikaniert sie. Nur mit eisernem Willen hält sie durch. Später lernt sie ihren Mann kennen und erlebt mit ihm glückliche Jahre. Heute schaut Inge zufrieden auf ihr Leben zurück: „Glaube und Zuversicht haben mich mein Leben lang getragen.“ Für die Zukunft wünscht sie sich „nichts sehnlicher als eine Welt ohne Kriege, eine Welt, in der der Frieden regiert.“