Man kennt Johann Peter Hebel als Schriftsteller, Verfasser alemannischer Gedichte, Lehrer, Politiker und als Geistlichen. Thomas Weiß bringt uns den Menschen Hebel näher. In 14 biografischen Skizzen beleuchtet er wenig bekannte Seiten eines Mannes, der mit Menschenfreundlichkeit und Liberalität stets als Vorbild dienen kann. Weiß holt Hebel – 200 Jahre nach dessen Tod – wieder an unsere Seite.
Den Skizzen vorangestellt hat er Hebels Erzählung „Kannitverstan“, in der ein Fremder ohne Sprachkenntnisse erkennt: Auch Reiche und Angesehene liegen am Lebensende im engen Grab. Im „Väterlichen Kapitel“ geht es um die Sehnsucht und Suche des kleinen Johann nach seinem früh verstorbenen Vater. In einem anderen erfährt man, dass der Kirchenmann Hebel geradezu vernarrt in die Schauspielerin Henriette war. Humorvoll und tiefgründig zugleich wird es in der Geschichte, in der Hebel seines Aussehens und seiner Hebräischkenntnisse wegen beim Übertritt den Wegzoll eines Juden bezahlen soll: „Es ist mir eine Ehre, für einen Juden gehalten zu werden, denn ungrad sind sie nicht, die Hebräer“, entgegnet er. Auch Hebels Ringen um ein neues amtliches Lehrbuch für den evangelischen Religionsunterricht, das nach der Vereinigung der lutherischen und reformierten Kirche benötigt wurde, wird beschrieben: Hebels „Biblische Geschichten“ sind daraus entstanden. Hebel starb am 22. September 1826 – an diesem Tag wird ihm auch im evangelischen Namenskalender gedacht.