Umwege bergen Überraschungen. Das erfährt auch die elfjährige Charlie, als sie sich auf Wunsch ihres Freundes Jamil vom üblichen Samstagstrott zurück vom Bäcker auf einen Abstecher einlässt. Die zwei Kinder stoßen auf einen verwilderten, geheimnisvollen Garten. Sie bekommen heraus, dass sich das Tor öffnet, wenn man ein Buch in den Briefkasten wirft, und lernen Emilie Lichtblau kennen. Die alte Dame wohnt in einer Seniorenresidenz, ist aber meist hier zugange. Sie kann aus den zahllosen abgegebenen Büchern die Sehnsüchte der früheren Besitzer erfühlen und versucht, sie mit kleinen Aufmerksamkeiten zu beglücken. Dazu verteilt etwa ein Rotkehlchen freundliche Botschaften im Schnabel. Die werden von einer höchst selbständig agierenden Schreibmaschine getippt – eine witzige Anspielung der Autorin Katja Frixe auf KI. Doch ist das Refugium wegen ungeklärter Besitzverhältnisse bedroht: Die Stadt möchte hier bauen.
Katja Frixe, Kinderbuchschriftstellerin, Übersetzerin und „Lesekünstlerin des Jahres 2025“, hat mit „Der Büchergarten – Ein blühendes Geheimnis“ samt den ansprechenden schwarz-weißen Zeichnungen von Leonie Daub einen bezaubernden Roman für Kinder ab zehn Jahren und Bücherfreundinnen jeglichen Alters geschrieben. Der Charme liegt auch darin, wie leichthändig und humorvoll sie es vermag, die magischen Elemente der Geschichte in den normalen Alltag der Kinder zu integrieren. Ein feines Plädoyer für Aufmerksamkeit dem Nächsten gegenüber und die Lust am Lesen!