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Buchtipp: „Der Tod der alten Dame“ von Hans Hentschel

Hoffnung für die alte Dame

In „Der Tod der alten Dame“ malt Hans Hentschel ein drastisches Bild: Die Kirche als Patientin auf der Intensivstation. Der ehemalige Pfarrer analysiert schonungslos, warum immer mehr Menschen ihr den Rücken kehren – und wie sie wieder zu neuem Leben erweckt werden könnte. Keine leichte Lektüre, aber eine dringend notwendige Debatte. Von Claudia Hilsenbeck

Das Foto zeigt das Cover des Buches "Der Tod der alten Dame" von Hans Hentschel. Buchtipps
Canva
Hans Hentschel: Der Tod der alten Dame. Claudius Verlag 2025, 160 Seiten, 20 Euro.

Der Buchtitel ist an Friedrich Dürrenmatts Drama „Der Besuch der alten Dame“ angelehnt, inhaltlich gibt es allerdings keine Gemeinsamkeiten. Mit der „alten Dame“ in Hans Hentschels Buch ist die Kirche gemeint. Weil Pfarrer gewohnt sind, in Bildern zu reden, entwirft der ehemalige Pfarrer und Superintendent der Landeskirche Hannover das Bild einer Dame auf der Intensivstation eines Krankenhauses. 

Davon ausgehend sucht er nach Erklärungen, was sie dorthin gebracht hat, überlegt, was sie braucht und mit welchen Mitteln sie wieder zu Kräften kommt. Die Diagnose ist schnell gestellt: Den Kirchen laufen die Mitglieder davon. Warum es wichtig ist, dem etwas entgegenzusetzen, macht der Autor durch die Beschreibung des Wesens der Kirche deutlich. 

Bezeugen, feiern, dienen und Gemeinschaft leben sind die vier Bereiche, mit denen Kirche wirkt. Sie kann sich dabei auf vier Säulen stützen: auf die Zehn Gebote, das unaufhörliche Gespräch mit Gott, das Glaubensbekenntnis und die Feiern von Taufe und Abendmahl. Im Idealfall entstehe dabei eine ethische Orientierung, die in die Gesellschaft hineinwirke, so Hentschel. Wie die alte Dame wieder vital werden kann, dazu gibt es zahlreiche Vorschläge in diesem engagierten Buch. Darunter sind keine Patentrezepte. Der eigentliche Verdienst des Buches ist es, klar zu benennen, dass die Kirche in einer Krise steckt, zu zeigen, wie dringend Kirche gebraucht wird, und schließlich Überlegungen in Gang zu setzen, welche Wege in und aus der Krise möglich sind.

Das Buch erhalten Sie über den neuen Gemeindeblatt-Onlineshop oder beim Gemeindeblatt-Leserservice unter 0711 60100-28.