Den Älteren unter uns fällt beim Namen James Krüss sofort „Timm Thaler“ ein. Die Geschichte von dem Jungen, der sein Lachen verkaufte, wurde 1979 erfolgreich als Fernsehserie verfilmt. Wer war dieser Schriftsteller, der am 31. Mai 1926 auf Helgoland das Licht der Welt erblickte? Davon – erzählen Paula Peretti und Dorthe Voss so spannend wie anschaulich in „James Krüss. Ein Leben zwischen Inselwind und Wörtermeer“.
Schon als Kind schrieb er Gedichte, hatte eine überbordende Fantasie. So hielt er, als er im Alter von elf Jahren erstmals auf dem Festland war, ein Pferd wegen dessen Mähne für einen Löwen aus dem Zirkus. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den Krüss als Soldat unverletzt überstand, wurde er Lehrer in Norddeutschland, quittierte den Schuldienst aber zugunsten der Schriftstellerei. Er lebte in Hamburg, dann in München und reiste viel durch die Welt. In späteren Jahren bezog er mit seinem spanischen Lebensgefährten ein Haus auf Gran Canaria. Wieder eine Insel als Domizil.
Anstelle historischer Fotos ziehen sich durch die optisch fein gestaltete Biografie für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene bunte Illustrationen von Maja Bohn. Sie stecken voller Charme und Witz, wie man schon am Buch-Cover mit den davonfliegenden Schreibmaschinenseiten an einem Nordseestrand erkennen kann. Kurz: eine rasante, höchst informative Tour durch die deutsche Zeitgeschichte und die faszinierende Geschichte eines vielseitigen Autors, der in allen Medien seiner Zeit aktiv war.