Das monotone Piepsen der Krankenhausmaschinen ist bereits zum festen Bestandteil von Hennings Leben geworden. Während er die Hand seiner Tochter hält, muss er immer wieder an die Explosion denken. An die Mine aus dem Zweiten Weltkrieg, mit der alles begann. An Mais Pferd, das ausgerechnet auf diese Mine getreten ist. Und an seine Tochter, die nur knapp überlebt hat und jetzt im Koma liegt.
Als Mai Wochen später aufwacht, kann sie sich nur mit viel Mühe zurück ins Leben kämpfen. Ihr Körper beginnt zu heilen, doch ihr Inneres nicht, denn sie beginnt sich zu erinnern. Um sich mit ihrer Vergangenheit und den Traumata ihrer Kindheit auseinanderzusetzen, flieht sie heimlich nach Finnland, an den Ort, an dem ihre Geschichte eigentlich begann. Dort, im tiefen Wald, setzen sich die Puzzleteile ihres Lebens zusammen und sie findet heraus, wer sie wirklich ist.
Es entsteht ein Such- und Versteckspiel zwischen einem jungen Mädchen, dass bei ihrer Geburt ungewollt war, und einem Vater, der eigentlich kein Vater ist. So entfaltet sich ein bewegendes Familiendrama, das weit über die Gegenwart hinausreicht. Im „Haus am Ende der Welt“ treffen Vater und Tochter schließlich wieder aufeinander – zwei Menschen, die sich erst verlieren mussten, um einander wirklich zu begegnen.
Autorin Katrin Faludi erzählt in ihrem neuen Roman „Das Haus am Ende der Welt“ eine vielschichtige und emotionale Geschichte über Schuld, Verlust und die Kraft des Vergebens.