Berlin um 1910: Die junge Krankenschwester Ida Freese lebt in ärmlichen, beengten Verhältnissen. Nach dem Tod ihrer Mutter kann sie endlich dieser Großstadt entfliehen, es zieht sie aufs Land. Im mondänen Baden-Baden findet Ida eine Anstellung in der Naturheilanstalt Lichtental.
In dem nach den Prinzipien der Lebensreformbewegung organisierten Erholungsheim legt man Wert auf Licht, Luft und Sonnenbäder, auf Freikörperkultur und auf eine äußerst gesunde Lebensführung und Ernährung. Droben auf der Karolinenhöhe jedoch unterwirft das Ehepaar Enslinger Patienten und Beschäftigte einem engen Korsett an Regeln und Verboten. Idas Arbeitsvertrag verbietet ihr den Konsum von Fleisch, Alkohol und Nikotin und schreibt ihr eine untadelige Lebensweise vor, anderenfalls droht ihr die sofortige Kündigung. Trotzdem entwickeln sich zwischen der lebensfrohen Ida und dem feschen Luftschiffmonteur Karl zarte Bande.
Was folgt, ist unvermeidlich: Im Spannungsfeld zwischen den strengen Hausregeln, tyrannischen Vorgesetzten, übergriffigen Patienten und ihrer Sehnsucht nach Selbstbestimmung verliert Ida ihre geliebte Arbeit. Mittellos muss sie Baden- Baden verlassen und in ihre Heimatstadt zurückkehren.
Karg hat mit „Karolinenhöhe“ einen zugleich spannenden wie auch berührenden Roman vorgelegt. Mit ihm bewahrt sie sowohl die ehemalige Lichtentaler „Naturheilanstalt Karolinenhöhe“ vor dem Vergessen und zollt zugleich den mutigen Frauen jener Epoche Respekt.