Meinhards Geschichte über die drei hochbetagten Nonnen des Klosters Goldenstein, die gegen ihren Willen in ein Altenheim gebracht wurden, liest sich wie ein Kriminalroman. Unter dem Motto „Ende gut – alles gut“ ist die Chronik dieses kirchlichen Skandals jedoch eher der Kategorie modernes Märchen zuzuordnen. Die Autorin nimmt ihre Leser mit hinein in kirchliche Machtstrukturen, denen Lebensmut und Gottvertrauen gegenüberstehen.
Obwohl die drei in Goldenstein ein lebenslanges Wohnrecht besitzen, finden sie sich plötzlich mittellos gegen ihren Willen in einem Altenheim wieder. Und obwohl eine der Schwestern ihr beträchtliches Vermögen in die Gemeinschaft eingebracht hatte, wird für die Nonnen Sozialhilfe beantragt – und bewilligt. Eine Welle der Empörung entsteht. Medien prangern den „unchristlichen Umgang“ mit den alten Damen an. Ihnen gelingt die Rückkehr. Dort aber erwartet sie ein unbewohnbares Gebäude: Der Treppenlift wurde abgebaut, Leitungen herausgerissen und zahlreiche persönliche Gegenstände entsorgt.
Im Spannungsfeld von kirchlicher Machtanmaßung, eingefordertem Gehorsam, Vertrauensbruch und einer empörten Öffentlichkeit ergeben sich grundsätzliche Fragen: Wie hält es die Kirche mit Frauen? Dürfen kirchliche Regeln staatliche Gesetze aushebeln? Tröstlich dabei ist die Grundüberzeugung der drei wackeren Gottesdienerinnen: „Egal, was passiert, wir sind in Gottes Hand.“