Anjas Mutter will sterben. Durch einen assistierten Suizid. In 18 Tagen. Um Punkt vier Uhr. Durch diese Nachricht wird das sowieso schon angespannte Verhältnis zwischen Mutter und Tochter erschüttert. Denn die 40-jährige Anja sehnt sich schon seit ihrer Kindheit nach mütterlicher Liebe. Diese bleibt ihr jedoch strikt verwehrt.
In der Hoffnung auf Versöhnung hilft Anja ihrer Mutter, die eigentlich kerngesund ist, die Beerdigung vorzubereiten. Als diese ihren letzten Wunsch äußert, kann Anja ihren Ohren kaum trauen: Sie soll den Hund ihrer Mutter töten, damit dieser gemeinsam mit ihr „in den Himmel kommt“.
Mit ihrem Debütroman „Vielleicht ist die Liebe so“ widmet sich Katja Früh einem ebenso sensiblen wie gesellschaftlich hochaktuellen Thema: dem selbstbestimmten Sterben – und dessen Auswirkungen auf die Hinterbliebenen. Dabei gelingt es ihr, Tragik und Humor zu verbinden, wodurch die Geschichte eine bemerkenswerte Balance zwischen Schwere und Leichtigkeit erhält. Mit nüchterner Sprache begleitet sie Anja, die mit der Frage ringt, ob es moralisch vertretbar ist, dass sich ein gesunder Mensch das Leben nimmt. Die Antwort darauf überlässt sie den Lesenden selbst.
Eine erstaunliche Geschichte über eine Mutter, die ihren eigenen Tod plant, als würde sie ein Dinner ausrichten, und eine Tochter, die zwischen Wut, Überforderung und Galgenhumor versucht, nicht den Verstand zu verlieren. Ein Roman, der zeigt, dass Katja Früh keine Angst vor großen Themen hat.