Was bleibt, wenn das erhoffte Wunder ausbleibt? In ihrem autobiografischen Buch „Wenn das Wunder ausbleibt” erzählt Gianna Wemmer von einem Glauben, der durch schwere Verluste ins Wanken gerät. Ihre Mutter nimmt sich nach einer Depression das Leben, später verliert sie ihren Vater an Krebs. Auch weitere Erfahrungen bleiben ohne das erhoffte Wunder. Immer wieder fragt sich Gianna deshalb, ob Gott überhaupt ihre Gebete erhört.
Offen erzählt sie von Trauer, Schuldgefühlen, Wut und Angst vor weiteren Verlusten. Auch ihre Zuversicht verliert sie immer wieder und hadert mit Gott. Persönliche Tagebucheinträge, Briefe und Gedanken ihrer Familienmitglieder ergänzen ihre eigene Perspektive und zeigen unterschiedliche Erfahrungen mit dem Erlebten. Gerade die persönlichen Einblicke in ihre Gedanken und die ihrer Familie machen die Geschichte beim Lesen besonders nahbar und lassen einen auch über die eigenen Fragen zu Glaube und Hoffnung nachdenken.
Ihre Ehrlichkeit macht das Buch besonders eindrücklich. Gianna Wemmer gibt keine einfachen Antworten darauf, warum Gott Leid zulässt oder warum manche Gebete scheinbar unerhört bleiben. Stattdessen beschreibt sie, wie sich ihr Verständnis von Gott und ihr Glaube verändern. Am Ende gibt sie ihren Leserinnen und Lesern mit, dass Gott nicht einfach alle Wünsche erfüllt und dass es sich trotzdem lohnt, auf ihn zu vertrauen.