Das Leben des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) wollten Regisseur Edgar Reitz und Drehbuchautor Gert Heidenreich seit vielen Jahren verfilmen. In dem Moment, wo sie sich auf eine einzige Begebenheit konzentrierten, gelang es. In ihrem Film „Leibniz“, der jetzt in den Kinos läuft, schildern sie, wie die fiktive holländische Malerin Aaltje van de Meer im Jahr 1704 ein Porträt des Philosophen anfertigt.
Die beiden führen Gespräche über das Licht und die Möglichkeiten der Kunst – Gedanken, die auch die Filmkunst 300 Jahre später betreffen. Es ist eine große Freude, den beiden beim Denken und Diskutieren zuzuschauen. Wie gut, dass zum Filmstart nun auch ein Filmbuch erschienen ist, das alle Dialoge umfasst.
Wer den Film mag, wird das Buch mit großem Gewinn lesen. Der 92-jährige Regisseur Edgar Reitz schildert seine Überlegungen zum Film, der 81-jährige Autor Gert Heidenreich beleuchtet seine intensiven Studien der Werke von Leibniz.
Der künstlerische Prozess wird auch in dem E-Mail-Wechsel zwischen Edgar Reitz und seinem Hauptdarsteller Edgar Selge sichtbar. Überlegungen des Kameramanns Matthias Grunsky zum Lichtkonzept des Films und Bildtafeln runden den Band ab.
Edgar Reitz wünscht sich für seinen Film „ein Publikum, das sich der Freude hingibt, im Kino die Wahrheit hinter den Bildern zu entdecken“. Der Film wie auch das Buch wecken den Wunsch, sich näher mit Leibniz’ Philosophie zu beschäftigen.