Ein einziger Moment kann das Leben von Menschen auf den Kopf stellen: Eine Naturkatastrophe, ein Unfall, ein Verbrechen, ein Suizid oder anderer plötzlicher Todesfall katapultieren die Betroffenen von einer Minute auf die andere in eine Ausnahmesituation. Notfallseelsorger stehen ihnen dann zur Seite, auch wenn Polizei und andere Hilfskräfte längst weg sind. Wie sie arbeiten und wie aus Schicksalsschlägen Positives erwachsen kann, beschreiben Albi Roebke, evangelischer Pfarrer und seit einem Vierteljahrhundert Notfallseelsorger, und Co-Autorin Lisa Harmann, Journalistin, Notfallseelsorgerin und Trauerbegleiterin, in ihrem Buch „Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war“.
Die Notfallseelsorger schildern anhand der unterschiedlichen Einsätze, wie sie konkret vorgehen, und erklären, wie Menschen auf eine solche Ausnahmesituation reagieren. Auch Betroffene kommen mit ihrer persönlichen Sicht zu Wort. Eingeschobene Texte geben zusätzliche Informationen und Verhaltenstipps. Es wird erläutert, wie man Betroffene unterstützt, etwa, dass Wertschätzung und Verständnis mehr helfen als gute Ratschläge. Auch in der Arbeit des Krisenteams geht es ums Mitgehen, Mitaushalten. Für den Theologen Roebke ist das ein christlicher Ansatz, auch wenn sich oft die Frage stellt: Wo ist Gott in diesem Moment?
Es ist ein tröstliches Buch, eingängig geschriebenen. Es zeigt, dass Menschen auch schlimmste Schicksalsschläge überleben und dabei neue Hoffnung schöpfen können.