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Buchtipp: „Wir kommen nach“ von Manuela Fuelle

Vom Sterben und Erinnern

Der autofiktionale Roman erzählt von einer ungewöhnlichen Freundschaft und regt dazu an, über Sterben und Erinnerung nachzudenken. Von Waltraud Günther

Buchtipp: „Wir kommen nach“ im Vordergrund. Im Hintergrund befindet sich ein Bücherregal. Buchtipps
Canva
Manuela Fuelle: Wir kommen nach. Stifter Verlag 2025, Endingen a.K., 267 Seiten, 18 Euro.

Im Mittelpunkt des autofiktionalen Romans von Manuela Fuelle steht die Beziehung zweier Frauen unterschiedlicher Generationen. Die Ich-Erzählerin bleibt namenlos. Auf der Fahrt zur Beerdigung ihrer Schwiegermutter Heide blickt sie auf die lange und intensive gemeinsame Geschichte zurück.

Sie erzählt, wie aus einem Schwiegermutter-Schwiegertochter-Verhältnis eine tiefe Freundschaft wächst. Dabei ist der Roman weit mehr als eine Familiengeschichte. Vielmehr regen die Reflexionen der Ich-Erzählerin respektive Autorin und Diakonin Fuelle dazu an, den eigenen Umgang mit dem Sterben und Erinnern zu überdenken, sich mit Fragen nach der Endlichkeit des Lebens, dem Tod und dem, was danach bleibt, auseinanderzusetzen. Früher gehörte der Tod ganz selbstverständlich zum Leben – auch das hält die Geschichte den Lesenden immer wieder vor Augen. Was Schwiegermutter Heides Haltung bezüglich der Erinnerungskultur angeht, war diese eindeutig und lebenspraktisch: „Im Herzen bleiben ist wichtiger als Blumen und Grabpflege.“

Es geht aber auch um andere Themen, etwa um unterschiedliche Erwartungen und Denkweisen von Frauen und Männern. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der stellenweise fragmentarische Satzbau mit unvermittelt auf „und“ endenden Sätzen. Die großgedruckte Schrift sorgt dagegen für eine angenehme Lesbarkeit. Was bleibt, ist eine berührende Familiengeschichte, die weit über das Persönliche hinausgeht – und philosophische Denkanstöße gibt.

Das Buch erhalten Sie über den Gemeindeblatt-Onlineshop oder beim Gemeindeblatt-Leserservice unter 0711 60100-28.