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Buchtipp: „Beten mit dem leeren Stuhl. Eine Anleitung“ von Irene Leicht

Von der Chance, das eigene Ich aufzugeben

„Der leere Stuhl“ ist in der Gestalttherapie eine bewährte Methode, mit einer abwesenden Person oder mit sich selbst in Dialog zu treten. Irene Leicht überträgt diese Möglichkeit auf das spirituelle Leben – und lädt dazu ein, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Von Waltraud Günther

Buchcover Irene Leicht: Beten mit leerem Stuhl. Eine Anleitung.  Buchtipps
Canva
Irene Leicht: Beten mit leerem Stuhl. Eine Anleitung. Claudius Verlag München, 2025, 189 Seiten, 24 Euro.

Diese unkonventionelle Gebetspraxis stellt sie all denjenigen vor, die ihr Beten vertiefen oder wieder damit beginnen wollen. Hierfür bietet sie in ihrem Buch sowohl detailliertes Hintergrundwissen als auch spirituelle Impulse und prak­tische Anleitungen an und eröffnet so neue Zugänge zum Gebet. Zunächst geht Leicht auf Psychologie, Mystik und auf die Vielfalt und Bandbreite an Gebeten ein. Die Gebetsmöglichkeit „Beten mit dem leeren Stuhl“ beschreibt Leicht als Chance, die Fixierung auf das eigene Ich aufzugeben. Da spirituelle Erfahrungen nicht vom Verstand vermittelt werden können, ist dies zudem eine Möglichkeit zur Kontemplation und dazu, sich in eine andere Wirklichkeit einzufühlen. Für die Autorin ist Gebet auch wohlwollende Selbstbegegnung, da es sich mit Hilfe des Stuhls leicht in eine ­dialogische Form bringen lässt.

Im Kapitel „Hinweise zur Praxis“ beschreibt Leicht Rituale für diese Art Gebete. Es wird deutlich, dass dafür Übung, Regelmäßigkeit und Gewohnheit hilfreich sind. Auch bestimmte Körperhaltungen sowie der Bodenkontakt während des Betens sind wichtig. Leichts Buch regt zum Nachdenken über das eigene Beten und zur Reflexion des persönlichen Gottesbildes an – darin liegt seine Stärke. 

Das Buch erhalten Sie über den neuen Gemeindeblatt-Onlineshop oder beim Gemeindeblatt-Leserservice unter 0711 60100-28.