Mit dem Titel „Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen“ überschrieb die emeritierte Professorin und Soziologin Christien Brinkgreve nach dem Tod ihres Mannes eine berührende Rückschau auf gemeinsam verbrachte Jahre.
In ihrem Haus voller Erinnerungen beschäftigt sie beim Auf- und Umräumen die Frage: „Wer bin ich – und wer hätte ich sein können? Wer werde ich von nun an sein?“ Ihr persönlicher Blick auf Verbundenheit, beruflichen Erfolg und Familienglück erweitert sich um die Erkenntnis, sich selbst in ihrer Ehe verloren zu haben. So erkundet sie ihr Frausein, das Älterwerden und Lebensentscheidungen, die aus Liebe getroffen wurden. Erneut stößt sie innere Bewegungen an und fragt sich, was von den gemeinsam verbrachten Jahrzehnten geblieben ist. Wer war sie in dieser Zeit? Wie konnte es sein, dass sie als selbstbestimmte Frau, 1949 geboren, zwischen Liebe und fremden Erwartungen immer wieder ihre Identität zu verlieren drohte?
In Erinnerung blieb ihr, neben der Last des Gesamtpakets aus Job und Familie, die Leichtigkeit und Energie der damaligen Frauen, als sie langsam das Territorium der Arbeit eroberten. Noch fehlten Vorbilder und es galt herauszufinden, wie das alles ohne die alten Muster funktionieren sollte. Und zudem, wie sich die Beziehungen zu Männern entwickelten, während alle Vorhaben ins Praktische umgesetzt wurden. Ein ehrliches Buch im Rahmen eines Neuanfangs, dazu sprachlich kostbar und ein Genuss, mutig, hingebungsvoll und ohne jede Schuldzuweisung.