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Lucie Panzer meint

Wir haben allen Grund, dankbar zu sein

Die Aufnahme zeigt einen Erntedank-Tisch, vermutlich in einer Kirche. Kolumne
Canva

„Danken nach diesem Hitzesommer? Wofür?“ Das fragen sich in diesem Jahr gerade bei uns im Südwesten sicher nicht bloß Landwirte. Die Kartoffeln sind klein, der Mais ist trocken von oben bis unten, das Getreide war vielerorts notreif. Ein Jahr harte Arbeit und nun das! Meine Tochter wohnt im Markgräflerland, da gab es statt Rasenflächen für die Kinder nur mehr plattgestampften, trockenen, braunen Erdboden.

Mein Sohn wohnt am Bodensee: Da hat am Ende der Hitze ein einziges Hagelunwetter die gesamte Apfel-, Birnen und Zwetschgenernte vernichtet. Was für ein Verlust!

Viele Landwirte sehen mit Sorgen auf die nächsten Sommer, die Preissteigerungen für Nahrungsmittel werden uns alle treffen, besonders für Kartoffeln und Obst.

Andererseits: Es wird finanzielle Hilfen geben für die Landwirte. Unser Land kann das leisten, in anderen Ländern gibt es das nicht. Da werden Existenzen auf einen Schlag ruiniert. Und: Der Nahrungsbedarf für unser Land bleibt gedeckt. Wenn es hingegen in Afrika oder Südasien Missernten gibt, müssen die Menschen dort hungern.

Wir haben viel Grund, dankbar zu sein. Auch in diesem Jahr werden die Erntealtäre in den Kirchen daran erinnern. Noch immer können die meisten sich die steigenden Preise leisten. Und sie werden hoffentlich denen etwas ­abgeben, die das nicht können. Vor allem aber: Nach den Erfahrungen dieses Sommers sollten wir alles tun, was wir können, um den Klimawandel aufzuhalten. Wir haben ja erlebt, dass er schon da ist. Manche sagen nun, unser vergleichsweise kleines Land kann doch sowieso nichts tun. Was wir tun könnten, spielt kaum eine Rolle für den klimaschädlichen weltweiten CO²-Ausstoß.

Aber wer, wenn nicht wir, soll anfangen? Wir hätten die Möglichkeiten und die Mittel. Andere haben die nicht. Wir könnten helfen, dass auch andere mitmachen.

„Aller Augen warten auf dich“, beten wir Christen am Erntedankfest. Im Vertrauen auf Gott sollten wir mehr tun als warten. Gott wird uns helfen.

Das meint Lucie Panzer. Und was meinen Sie?

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