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Zivildienst

Evangelische Heimstiftung: Zivildienst als Chance für Pflege

Die Evangelische Heimstiftung sieht die Diskussion über einen neuen Zivildienst positiv. Er könne kein Ersatz sein für ausgebildete Fachkräfte – aber eine wichtige Ergänzung, die die soziale Infrastruktur stärkt und Nachwuchs anzieht. Von Dirk Baas (epd)

Eine nicht erkennbare Frau sitzt im Rollstuhl. Eine andere jüngere Person hält die Hände der Frau.
Unsplash+/Getty Images

Evangelische Heimstiftung sieht Zivildienst als wichtige Ergänzung zur Pflege

Die Evangelische Heimstiftung sieht die Debatte um einen möglichen Zivildienst als Chance. „Ein Zivildienst ist kein Ersatz für gut ausgebildete Fachkräfte, er ist aber eine sehr wichtige Ergänzung, die unsere soziale Infrastruktur stärkt und Nachwuchs “, sagte Geschäftsführerin Mirjam Weisserth dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Auch einer ihrer Kollegen in der Geschäftsführung habe als Zivi bei der Heimstiftung angefangen. „Der Zivildienst war früher oft der erste Türöffner in den Pflegeberuf, weil er jungen Menschen Nähe zu Pflege und Sozialarbeit bringen, Solidarität erlebbar machen und Interesse an einer Ausbildung wecken kann“, sagte Weisserth über die positiven Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Heimstiftung würde zahlreiche Zivildienststellen anbieten

„Als großes Pflegeunternehmen mit 170 Einrichtungen und Diensten würden wir uns selbstverständlich beteiligen und Stellen für den Zivildienst anbieten“, betonte die Geschäftsführerin. Man habe Erfahrung und Strukturen, um Zivildienstleistende sinnvoll einzubinden. Der Träger ist mit 11.350 Beschäftigten nach eigenen Angaben das größte diakonische Pflegeunternehmen in Deutschland.

Wie viele Plätze für Zivis möglich wären, hänge von den Regelungen ab, die noch getroffen werden müssten: Dauer, Finanzierung, Aufgabenprofil. „Die deutliche Kritik zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht ganz nachvollziehen.“ Falls der Zivildienst als Alternative zum Wehrdienst eingeführt werden sollte, „dann brauchen wir wenige, einfache, klare Regeln dafür – und die Freiheit und das Vertrauen, den Einsatz passend zu gestalten. Die Chancen sollten wir in der Pflege und in der Sozialbranche nutzen“.

Pflegerische Kernaufgaben bleiben Fachkräften vorbehalten

Nach Weisserths Darstellung ist nicht zu unterschätzen, wie sehr Zivildienstleistende, Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und im Bundesfreiwilligendienst (BFD) die Pflegeeinrichtungen im Alltag entlasten können. „Klar ist: Pflegerische Kernaufgaben, die eine dreijährige Ausbildung verlangen, dürfen nicht an Zivis delegiert werden. Das war aber auch früher nicht der Fall.“