Direkt zum Inhalt
Andreas Koch meint

Die Zukunft fängt in der Schule an

Ein Lehrer gibt einem Schüler High Five. Kolumne
Canva

Lang, lang ist’s her! Trotzdem erinnere ich mich an meine Schulzeit noch gut und gern. Wir hatten aber auch klasse Lehrerinnen und Lehrer: Max Schmid, der Heimatkundler im weißen Arbeitsmantel. Fräulein Schneider: „Good morning, boys and girls!“ Klein I: Bei ihm hab sogar ich Mathe kapiert. Der Eugen: Er hat schon um halb sieben die Sporthalle aufgesperrt, damit wir vor Unterrichtsbeginn noch kicken konnten. Magistra Latina: Minirock statt Toga. Viele Jungs haben nur wegen ihr Latein belegt. „Voaga“, unser Zeichen­lehrer: Er hat mir eine Fünf verpasst. Schließlich Eberhard Schedel: Ohne seinen Religionsunterricht wäre ich nicht Pfarrer geworden.

Pfarrer, nicht Lehrer. Gleichwohl habe ich großen Respekt vor dem Lehrerberuf –  so wie andere auch. Ein Berufe-Ranking zeigt: Auf die ersten drei Plätze schaffen es die Pädagogen zwar nicht. Die haben Ärzte, Feuerwehrleute und Pfleger inne. Aber Rang sieben ist gutes Mittelfeld. Davon können Versicherungsvertreter, Marketingexperten und Politiker nur träumen. Pfarrer kommen in dieser Auflistung übrigens gar nicht vor.

Warum dies alles jetzt? Weil jetzt zu Schuljahresbeginn die richtige Zeit ist, um einen Blick hinter die Klassenzimmertüren zu werfen. Groß sind die Herausforderungen, wie die „Pisa“-Studie einmal mehr zeigt. Aber auch das Menschliche will in den Blick gefasst sein. Stoff pauken ­allein genügt nicht. Zuwendung, Empathie und Partnerschaft sind gefragt. Die Latte liegt hoch. Wie kann es da sein, dass zum Schuljahresbeginn Tausende Lehrkräfte fehlen?

Und dann ist da noch die Aufgabe, „zu lehren den guten und richtigen Weg“ (1. Samuel 12,23). Diesen Weg zu finden, ihn mit den Schülern zu gehen und ihnen so Orientierung zu geben, ist wichtiger denn je. Und deshalb braucht es auch und gerade jetzt wieder gute Lehrer. Und gute Lehrerinnen. Und gute Schulen überhaupt. So wie damals bei uns. Gute Schule aber fällt nicht vom Himmel. Im Gegenteil: Man muss möglichst viel für sie tun. Die Zukunft fängt in der Schule an.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?

Sagen Sie uns auf Facebook Ihre Meinung: zu unserer Facebook-Seite

Weitere Kolumnen