Sommerzeit! Ferienzeit! In diesen Wochen sind viele Menschen auf dem Weg in den Urlaub oder wieder aus den Ferien zurück. Es gibt viel zu entdecken und zu bestaunen. Die Natur lädt ein zu Spaziergängen am Meeresufer oder zu imposanten Bergtouren. Neue Eindrücke entstehen. Auf dem Weg sein, kann abwechslungsreich und spannend sein. Auch vor langer Zeit waren die Menschen zur Zeit des Propheten Jesaja unterwegs. Sie waren im Exil, auf fremden Pfaden, nachdem sie von der babylonischen Militärmacht überrollt wurden. Ihre Heimat war zerstört und sie blickten wehmütig zurück. Doch der Prophet forderte sie auf, nach vorne zu schauen. Ein neuer Weg wartete auf sie, der Weg zurück nach Zion, dem Berg Gottes.
Sie sehnen sich nach Frieden, Hoffnung und Heil. Aber hat Gott sie auf ihrem Weg verlassen? Doch sie müssen sich nur aufmachen, dann würde Gott sie führen und leiten. Ist das ein Traum? Diese Sehnsucht nach Frieden und Hoffnung ist heute so aktuell wie damals. In einer Welt voller Kriege und Krisen wünschen wir uns Frieden. Die Bilder von Gewalt und Zerstörung belasten uns. Jesaja blickt über seine Zeit hinaus. Er verkündigt in einer Vision Gottes Verheißungen: Nach all dem Leid sollen die Menschen wieder Mut und Hoffnung schöpfen.
Doch diese Botschaft ist eine Provokation für das Volk. Eine Wallfahrt zum Zion widerspricht den Lebenserfahrungen der Menschen. Dennoch verkündigt der Prophet: Es geht weiter! Der Weg endet nicht, sie können wieder zum Berg Zion ziehen. Dieser Berg ist ein Symbol für das Volk Israel. Dort werden sich eines Tages alle Menschen versammeln. Diese Verheißung gilt für jeden. Da wird niemand ausgegrenzt. Gottes Liebe wird allen zuteil, und es wird eine große Gemeinschaft geben. Gott wird ihnen nahe sein. In dieser Vision erlebt das Volk Israel neue Hoffnung.
Ich stelle mir vor, wie die Menschen damals ergriffen sind. Ich sehne mich danach, dass auch wir uns wieder begeistert zum christlichen Glauben und zur Kirche bekennen. Auch wir sind auf dem Weg in eine neue Zeit und wünschen uns lebendige Gemeinden, die Menschen zur Mitarbeit motivieren. Jesaja ermutigt uns, den Weg mit Gottes Hilfe zu gehen.
Am Ende steht uns das Ziel: der Berg Zion. Das Haus des Herrn wird feststehen, und Gott wird das Sagen haben. Auf dem Weg zu sein, bedeutet, auf dem Weg des Friedens zu wandeln, der zum Heil führt. Der Prophet veranschaulicht diesen Frieden mit einprägsamen Bildern. Da werden „Schwerter zu Pflugscharen“. Statt mit Waffen zu hantieren, werden die Israeliten ihre Felder bestellen, Nahrung haben und keine Kriege mehr führen.
Das ist auch unsere Sehnsucht heute: Wir träumen von einer friedlichen Welt. Geht es Ihnen auch so? Das „auf dem Weg sein“ weckt neue Begeisterung in mir. Der Weg endet im Heil. Ich stelle mir Jesus vor, der für Frieden eintritt. Hören wir nur seine Worte aus der Bergpredigt: „Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen!“ Das ist Gottes Liebe. Auf dem Weg sein, lohnt sich – auch für die Kirche. Sie ist das „Licht des Herrn“.