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Impuls

Eine besondere Verbindung

Impuls für den Dritten Advent: Matthäus 11,2-10

Matthäus 11,2-10 (in Auszügen) 

Da aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt.

privat
Thorsten Eißler ist Pfarrer der Kreuzkirchengemeinde in Reutlingen.

Es ist eine besondere Geschichte, die diese beiden Männer verbindet. Jesus und Johannes. Eine Geschichte, die schon angefangen hat, bevor sie überhaupt geboren worden waren, etwa im Lukasevangelium: „Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe“ (Lukas 1,39-41).

 

Beide Kinder werden geboren und beide gehen ihren Weg. Johannes predigt, dass die Menschen umkehren sollen. Dass sie Buße tun sollen. Er tauft die Menschen und er tauft dann auch Jesus. Wieder ein besonderer Moment zwischen diesen beiden Männern: „Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (Matthäus 3,16-17).

Beide Männer scharen Freundinnen und Freunde um sich. Sie ziehen durch die Gegend. Der eine predigt und tauft. Der andere predigt und heilt. Er vollbringt wahre Wunder und ist sich nicht zu schade, mit Leuten zu essen, mit denen sonst niemand was zu tun haben wollte. Er gibt sich mit den sogenannten „Unreinen“ ab und ist bei vielen sehr beliebt. Gleichzeitig macht er sich genau dadurch auch viele Feinde. Und auch Johan- nes landete im Gefängnis, weil er „unbequem“ war und weil er kein Blatt vor den Mund genommen hat.

Ich stelle mir diese Szene vor: Johannes in einer dunklen Zelle, der viel Zeit zum Nachdenken hat. Der sich viel- leicht auch diese besonderen Begegnungen mit Jesus immer wieder vor Augen führt. Der von seinen Freunden immer wieder Nachrichten bekommt. Die ihm erzählen, was Jesus wieder für ein Wunder vollbracht hat.

Er muss es jetzt einfach wissen. Deshalb lässt er ihn fragen: „Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?“ Johannes und Jesus hatten ja schon die eine oder andere Begegnung. Und trotzdem scheint sich Johannes immer noch unsicher zu sein.

Jesus antwortet nicht einfach mit: „Ja“. Er antwortet mit einer Reihe von Bildern, die auch Johannes vermutlich gut gekannt hat: „Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt.“

Und ich? Es ist der Dritte Advent. Wir bereiten uns auch in diesem Jahr darauf vor, dass Gott zu uns kommt. Dass Gott Mensch wird. Ich kann mich gut an die Frage des Johannes anschließen: Bist du es wirklich? Bist du der, für den wir die Tore weit machen sollen? Und, wenn ja: Wie soll ich dich empfangen?

Vielleicht ist die Antwort von Jesus so etwas wie eine „kleine Anleitung für den Advent“: genau hinzuschauen. Dass ich in meinem Umfeld nach diesen kleinen und großen Wundern Ausschau halte. Denn die Antwort auf diese Frage: „Bist du es?“ ist immer: „Ja – und noch viel mehr!“

Gebet

Jesus, bist du es wirklich?
Wir hätten so gerne, dass du uns sagst:
Ja, ich bin es.
Und wir merken doch: Du bist so viel mehr. Schenke uns im Advent offene Augen
und Ohren
für die vielen kleinen Wunder um uns. Amen.

Den geistlichen Impuls für jeden Tag finden Sie im AndachtsCast.

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