Die Hoffnung nicht aufgeben – das klingt zumindest herausfordernd. An der Hoffnung auf eine friedliche und bessere Welt festhalten angesichts der Kriege und der Gewalt in dieser Welt? Die Hoffnung nicht aufgeben – vielleicht angesichts einer bedrohlichen gesundheitlichen Diagnose? Hoffnung haben für unsere Gesellschaft, in der sich Menschen immer weiter voneinander entfernen und zum Teil schon gar nicht mehr miteinander reden? Wie können wir Hoffnungsmenschen bleiben?
Hoffnung setzt auf etwas, was in der Zukunft liegt, deshalb braucht es Ausdauer. Hoffnung erfüllt sich eben nicht in der Zeit, in der ich ein Päckchen bestelle und es vor meiner Haustüre liegt. Hoffnung braucht Geduld und Ausdauer. Und: Hoffnung braucht immer wieder neue Nahrung, um auszuhalten und nicht aufzugeben. Diese Nahrung für unsere Seele finden wir in den Geschichten und Gebeten der Bibel. Gott selbst gibt unserer Hoffnung Nahrung, denn wir wissen: Gott ist treu. Was er zusagt, das hält er. Wenn Gott uns eine andere Zukunft verspricht, dann steht er zu seinem Wort. Und wir loben Gott mit unseren Gebeten und Liedern. Da singen wir schon von der Rettung, die wir noch ersehnen. Da preisen alle Völker den Herrn. Wenn wir Gott loben, dann singen wir von seiner Zukunft und stärken zugleich unsere Hoffnung.
Um Hoffnungsmenschen zu bleiben, brauchen wir einander, deshalb ist Paulus die Einheit so wichtig. Wir brauchen einander, um uns Mut zuzusingen, um miteinander Gottes Wort zu hören, um einander an die Treue Gottes zu erinnern. Wir können einander annehmen, weil Christus uns schon lange angenommen hat. Und wir können uns, ohne perfekt sein zu müssen, schon in der Liebe üben, die einmal unser ganzes Leben gestalten wird.
Worauf setzen wir unsere Hoffnung? Wir hoffen auf Gott, der seine Welt neu machen wird. Diese neue Welt ist schon im Werden. Sie hat begonnen mit einem kleinen Spross aus der Wurzel Isais, mit der Geburt des Retters Jesus Christus, und sie wächst und wird. Alle Völker werden Gott gemeinsam loben, auch ehemalige Feinde werden gemeinsam Jesus Christus ehren, statt sich zu bekriegen. Und Jesus Christus wird gerecht und gut über alle herrschen. Die neue Erde, die neue Welt, sie wird tatsächlich ein wundervoller Ort sein, ein Ort voller Liebe und Frieden.
Christus kommt wieder – das gibt uns den Mut, heute schon aus dieser Hoffnung zu leben: Mut zu kleinen Schritten, Kraft zur Vergebung, Energie zum Dranbleiben, auch dann, wenn es mühsam wird. Das ist Advent.