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Impuls

Hoffnung und Zukunft

Impuls für den Zweiten Advent: Jesaja 35,3-10.

Jesaja 35,3-10 (in Auszügen) 

Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie! Sagt den verzagten Herzen: 'Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Gott kommt und wird euch helfen.'

Pfarrer Joachim Bauer
privat
Joachim Bauer ist geschäfts­führender Pfarrer in Waiblingen-Neustadt.

Wenn sich plötzlich neue Wege auftun würden und der Horizont weit würde – das wäre gut. Danach sehnen wir uns. Ja, das wünschen wir uns, dass sich neue Wege auftun würden in Israel und Palästina, in der Ukraine und in Russland, in so vielen Kriegsgebieten und Elendsquartieren.

„O Heiland, reiß die Himmel auf“, so singen wir am zweiten Sonntag im Advent. Das wäre gut, wenn der Himmel sich auftun würde und das Verhalten der Menschen menschlicher machen würde: gut gegen die Spirale von Gewalt und Gegengewalt, gut gegen die Verrohung, gegen die Zerstörung der Schöpfung, gegen alles Lebensfeindliche. Das wäre schön, wenn plötzlich Licht hineinfiele in so manche Dunkelheit, in so manche Sprachlosigkeit, in Lieblosigkeit, in Sorgen.

Die Worte aus dem Buch Jesaja können in uns Hoffnung wecken. Wenn Gott kommt, wird alles anders! Er bringt Hoffnung gegen den Augenschein. Denn so sah die Realität damals aus: Jerusalem und der Tempel lagen in Trümmern. Weite Teile der Bevölkerung waren verschleppt worden. Die Israeliten waren niedergeschlagen und hatten Heimweh. Gottverlassen kamen sie sich vor. Ob sie jemals zurückkehren würden, war unwahrscheinlich. In diese Situation hinein sprach Jesaja. Er hatte eine Verheißung für sein Volk: Gott kommt und wird helfen.Gewaltige Worte! Es ist, als reiße Jesaja den Himmel auf, weil er noch eine andere Dimension kennt: die göttliche. „Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Er wird euch helfen.“ Weil Gott kommt, gibt es Hoffnung und Zukunft.

Fulbert Steffensky schreibt in einer Ausgabe von „Der andere Advent“: „Die Hoffnung ist eine wundervolle untreue Buchhalterin, die die Bilanzen fälscht und einen guten Ausgang des Lebens behauptet, wo dieser noch nicht abzusehen ist. Hoffnung ist der Glaube, der den Tag schon in der Morgenröte sieht.“ Wir denken oft ganz realistisch: Das geht nicht gut aus. Aber die Hoffnung „fälscht die Bilanz“ und sagt: Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Bilanz unserer Erfahrung sagt: Das ist unmöglich. Doch die Hoffnung entgegnet: Ich suche weiter nach einer Lösung. Klar, manches ist nicht zu beschönigen. Es gibt Momente im Leben, da scheint es, als gäbe es nur noch Ausweglosigkeit. Aber für Gott ist eine Morgenröte immer möglich.

Für Israel brach dieser neue Tag tatsächlich an. Politische Veränderungen weckten Hoffnung auf die Heimat als Möglichkeit! Eines Tages war es tatsächlich so weit: Bei den Persern kam Kyros auf den Thron und ließ die Israeliten ziehen. Bestimmt hatten sie ein Loblied auf Gott angestimmt. Auch wir heute haben dazu allen Grund. Wie oft haben wir schon Ähnliches erlebt, dass es doch weitergeht, und dankten Gott im Rückblick. Advent bedeutet, dass Gott kommt. Wenn er kommt, kommt Hoffnung.

Am ersten Heiligen Abend wurde die Hoffnung Mensch. Das Kind in der Krippe erhält den Namen Jesus. Das heißt auf Deutsch: Gott hilft, Gott rettet. Seinem Namen macht Jesus als Erwachsener alle Ehre. Er heilt, holt Verlorene in die Gemeinschaft zurück. Er ebnet vielen einen Weg zu Gott – vielen, die schon aufgegeben hatten, nach ihm zu suchen. Kinder und Frauen erhalten bei ihm ihren rechtmäßigen Platz. Jesus schreibt neue Bilanzen, auch für uns. Das ist gut so, ein Geschenk. In seiner Nähe werden die Herzen hell und heil.

Gebet

Gott, lass uns tiefer sehen und uns so Hoffnung entdecken. Lass uns mit deinen Möglichkeiten rechnen. Gib uns Glauben, auch mitten im Zweifel. Stärke in uns das Vertrauen – zu dir und dem Leben. Gib uns Liebe, die trägt und ausstrahlt. Amen.

Den geistlichen Impuls für jeden Tag finden Sie im AndachtsCast.

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