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Impuls

Vom Brot des Lebens

Impuls für den 7. Sonntag nach Trinitatis: Johannes 6,30-35.

Johannes 6,30-35

Da sprach das Volk zu Jesus: Was tust du für ein Zeichen, auf dass wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? Unsre Väter haben Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: „Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.“ Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Porträt von Erich Hartmann
privat
Erich Hartmann leitet das Dekanat Calw-Nagold.

Frisches, knuspriges, duftendes Brot – was braucht es mehr, um glücklich zu sein? Eine Backstube: ein Ort des Glücks! Brot ist ein Grundnahrungsmittel. Wir brauchen es, um satt zu werden und um Kraft für das Leben, für den Alltag zu haben.

Auf ihrer Wanderung durch die Wüste haben die Israeliten Brot bekommen: Manna, das vom Himmel fiel und sie satt gemacht hat. Genug für jeden Tag. Die 5.000 Männer, ihre Frauen und ihre Kinder, die Jesus auf einen Berg gefolgt waren, um seine Predigt zu hören, hatten Hunger. Als Jesus die fünf Brote nahm und für sie dankte, teilten sie miteinander, was sie hatten – und alle wurden satt. Auch die Gemeinschaft sättigt. Wenn es doch immer so sein könnte! Aber dann ist das Wunder vorbei und die Menschen stehen immer noch um Jesus herum. Gib uns immer solches Brot, rufen sie! Sie haben erlebt, wie Menschen geteilt haben und satt geworden sind und wie alle bekamen, was sie brauchten.

Wenn ich die Nachrichten über die dramatische Dürre in Afrika höre, dann denke ich: Wie gut wäre es, wenn es Brot für alle gäbe. Wenn nicht Millionen von Kindern hungern müssten, und alle Eltern der Welt wüssten, dass ihre Kinder nicht vor Hunger zu sterben brauchten. Hunger hat viele Gesichter. Mal meldet er sich laut und fordernd, wenn der Magen knurrt. Mal eher leise und unterschwellig – als Sehnsucht nach mehr im Leben: Was gibt mir Kraft, Hoffnung, Halt?

Darum widerspricht Jesus! Ihr seid satt geworden – ja. Aber sorgt euch doch viel mehr um das Brot des Himmels! Hängt euch nicht an solche, die euch nur Nahrung für den Leib versprechen. Es geht um das Lebensbrot – das, was wirklich satt macht. Das Leben, das aus Gottes Liebe schöpft, das Leben, das auf Gott vertraut. Ich bin dieses Brot – sagt Jesus.

Mit seiner Rede vom Lebensbrot entführt Jesus uns in die himmlische Backstube. Es duftet. Ich möchte gar nicht wieder weg. Aus der himmlischen Backstube kommt das Brot, das unsere Seelen sättigt. Das Brot, das ist eine Person: Wir bekommen geschenkt, was wir brauchen. Weil Christus sich selbst uns gibt, wird er uns zum Brot, das uns stärkt. Gibt uns das Leben zu sehen und zu schmecken.

Man kann leicht vorbeigehen am Brot des Lebens. Es sieht manchmal anders aus als wir es erwarten. Viel unscheinbarer als wir denken. Und manchmal haben wir auch ganz schön daran zu kauen. Aber es sättigt uns und stillt unseren Hunger mehr als alles, was irdische Bäcker uns anbieten können.

Brot des Lebens ist mehr als die Befriedigung von Bedürfnissen. Mehr als eine Speise. Es ist Leben in seiner Fülle. Leben, wie es gemeint ist: Leben, indem ich meine Hände öffne und mir das schenken lasse, was wirklich wichtig ist. Lebensbrot, Seelenbrot, Herzensbrot. Und dann teile. Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist!

Gebet

Gott des Lebens, von dem alles Gute kommt: Pflanze die Liebe zu dir in unser Herz, dass sie in uns wächst und gute Frucht trägt. Mach unsere Herzen weit, damit wir deine Güte teilen und dir damit die Ehre geben alle Zeit. Amen.

Den geistlichen Impuls für jeden Tag finden Sie im AndachtsCast.

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