Direkt zum Inhalt
Impuls

Wachet, seid bereit!

Impuls zum Ewigkeitssonntag: Matthäus 25,1-13.

Matthäus 25,1-13

Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen nahmen Öl mit in ihren Gefäßen. Um Mitternacht erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Die törichten sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht und kauft für euch selbst. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, tu uns auf! Er antwortete: Ich kenne euch nicht. Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.

Porträt von Steven Häusinger.
privat
Steven Häusinger arbeitete vor dem Ruhestand als Gemeindepfarrer in Heilbronn.

Sind wir bereit? – Unsere Lebenszeit hat Augenblicke, in denen Gott zu uns spricht. Er spielt neue Chancen in unser Leben ein, die wie eine Hochzeitsfreude für uns glänzen können.

Gerade heute am Ewigkeitssonntag wiegt für viele der Schmerz schwer. Im Gedenken spüren wir, wie schwer die Trauer um einen geliebten Menschen ist, den wir verloren haben. Unsere Liebe verbindet uns noch immer. Im Erinnern hören wir das gemeinsame Lachen noch; es steigen Bilder in uns auf, die wir nicht vergessen können. So wandelt sich im Gedenken Schmerz in Dankbarkeit. Das ist eine Spur von Gottes Wirken im Leben.

In diesem Geist erzählt die Hochzeitsgeschichte: Die zehn Jungfrauen freuen sich, weil sich für den Bräutigam das Glück jetzt erfüllt. Die Zehn sind aber unterschiedlich vorbereitet. Sie gehen dem Bräutigam feierlich mit leuchtenden Öllampen entgegen. Sie haben unterschiedlich viel Öl für die Lampen dabei. Die achtsamen Jungfrauen haben mehr Öl dabei, falls er später kommt, und sie es brauchen. Sie haben ihre Aufregung klugerweise in Sorgfalt übersetzt. Die anderen Jungfrauen sind töricht, denn ihre Aufgeregtheit führt zu nichts. Sie lassen das Leben auf sich zukommen. Alle Zehn werden müde und schlafen sogar ein, während sich ihr Öl verzehrt.

Dann kommt der Bräutigam wirklich. Alle sind jetzt gefordert! Die Klugen greifen einfach zum Vorbereiteten. Den Törichten wird jetzt erst bewusst, dass sie nicht vorbereitet sind. Das Öl kann nicht geteilt werden, sonst reicht es für alle nicht. So rennen die fünf Törichten los, neues Öl zu kaufen.

Die fünf Klugen begleiten den Bräutigam. Sie genießen die Freude, den feierlichen Augenblick. In der Mitfreude fühlen sie das Lebensglück: So ist das Leben! Gott bietet Gelegenheiten, die ergriffen werden können. Das Fest der törichten Jungfrauen geht schon allein in der Hektik unter. Dann stehen sie vor verschlossenen Türen. Die Gelegenheit ist vorüber.

„Darum wachet!“, sagt Jesus. „Denn ihr wisst nicht Tag noch Stunde.“ Es ist tragisch, wenn wir unvorbereitet sind, und dadurch an unserem Leben vorbei leben. Die christlichen Feiern stärken die Aufmerksamkeit für echte Lebensfreude! Ob Hochzeit oder Gottesdienst, der Alltag soll in den Feiern durchsichtig fürs Ewige werden, für Gottes Möglichkeiten.

In der Lebenskrise gerät zwar der Alltag ins Wanken. Doch im Feiern erleben wir, dass Gott uns die Transformations-Kraft geben will, unsere Trauer in Freude zu verwandeln. Der Schmerz des Verlustes wandelt sich in die Dankbarkeit fürs gemeinsame Leben. Für einen wunderbaren Moment öffnet sich dann der Himmel für uns und wir sind bereit für Gottes Segen. Mitten im Alltag leuchtet dann auf, welches Glück Gott für uns meint.

Gebet

Gott, Zeit und Ewigkeit hältst du in deinen freundlichen Händen. Hilf uns, bereit zu sein für deine Güte, die unsere Trauer erleuchtet. Lass uns wach sein für deine Liebe, wenn sie sich ereignet. Amen.

Den geistlichen Impuls für jeden Tag finden Sie im AndachtsCast.

Weitere Impulse