Also es geht zur Sache – und das hochkarätig: Die Referenten (tatsächlich meist Männer) haben einen Namen in der Wissenschaft, sind Professoren, Chefärzte, Institutsleiter. Da ist dann auch schon mal ein Nobelpreisträger wie Klaus von Klitzing dabei.
Dieter Roller hat keine Scheu vor großen Namen – und bekommt sogar meist eine Zusage. Obwohl er ganz offen schreibt: Honorar könne man nicht bieten. „Aber interessierte Zuhörer“. Und das ziehe vielleicht, vermutet er: „Mal keine gelangweilten Studenten.“ Sondern auch ein lebhaft nachfragendes Publikum, auf das die Referenten sich auch allgemeinverständlicher einlassen.
Und wenn dann ein Klaus von Klitzing nach dem Vortrag nicht gleich wieder abrauscht, sondern eine Flasche Bier aufmacht und sich noch zu den Leuten setzt – ja, dann haben die Organisatoren wohl auch den richtigen Riecher mit ihrem Science Club.
Der über das Technische hinaus zu ethischen oder religiösen Fragen verleitet. Mit dem evolutionären Weltbild etwa tut sich ja nicht jeder leicht. Roboter waren mal ein Thema, oder KI. Was hat das für gesellschaftliche Folgen? Eine Professorin des Institutes für Rechtsextremismusforschung wird ebenfalls zur aktuellen Debatte beitragen.
Am Ende gehen die Vortragenden doch nicht ganz leer nach Hause, eine Flasche Wein gibt es schon. Und das Publikum zahlt nicht nach Preisliste, sondern wirft etwas ins Kässle. Da bleibt dann doch ein Überschuss – und der kommt wieder der Kirchengemeinde zugute. Momentan für die Laurentiuskirche, ein neugotischer Bau an einem Turm des 13. Jahrhunderts. Sie wird renoviert – und zu den Kosten trägt nun auch der Science Club seinen Teil bei.