Kürzlich hat Bernhard Köhler seinen 88. Geburtstag gefeiert. Seine Vorfahren väterlicherseits stammen aus Besigheim. Doch Köhler ist der Sohn einer Engländerin. Geboren wurde er in Slough Bucks in der Nähe von London. Vater Adolf hatte die junge Greta Ross als ausgewanderter Textiltechniker kennengelernt.
In Deutschland gab es große Arbeitslosigkeit, viele Deutsche wanderten als Fachkräfte nach England aus.
sagt Bernhard Köhler
1938 kam Baby Bernhard nach Stuttgart-Möhringen. Der schrecklichen Bombenangriffe auf Stuttgart wegen wurden Frauen und Kinder auf die Schwäbische Alb evakuiert. „Als wildes Kind“, aufgewachsen auf Wiesen und in Wäldern, wurde der Knabe eingeschult. Später ging es „back to the roots“ nach Besigheim.
Die Musik war mir in die Wiege gelegt, meine Mutter hatte eine wunderschöne Stimme und konnte Klavier spielen.
erinnert sich Bernhard Köhler
Bernhard Köhler selbst hatte einen „hellen Knabensopran“ und habe früh Schubert-Lieder gesungen. In der Lehre zum Feinmechaniker sah er vielleicht auch deshalb „keine Berufung“. Es folgten Lebensstationen auf der Karlshöhe Ludwigsburg (Ausbildung zum Diakon) und ein Studium an der staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen.
Er war unter anderem Gründungsmitglied der „Gächinger Kantorei“, hauptamtlicher Mitarbeiter bei den „Stuttgarter Hymnus-Chorknaben“, Musikreferent der Evangelischen Jugend in Stuttgart, Leiter der Musikschule Bernhausen und leistete Pionierarbeit im Aufbau und der Ausbildungsarbeit für Posaunenchöre in 19 Kirchengemeinden. 1990 wurde Bernhard Köhler zum Kirchenmusikdirektor ernannt.
In frühen „Hahnschen Stunden“ ist er „im Glauben erwacht“. Der Glaube an Jesus hat ihn seitdem getragen bis zum heutigen Tag. Musik, bekennt Bernhard Köhler, ist für ihn das Mittel, um die Botschaft Jesu zu verkündigen. Als Diakon hatte er „eine harte Zeit“. Niemand habe für ihn gekocht, keiner sich um ihn gekümmert. Doch dann kam Astrid Hahn in sein Leben. 1964 heiratete das Paar, vier Kinder wurden geboren.
Und alles, was sein Leben bestimmte, fasste Bernhard Köhler auch in Poesie: in Töne, in Worte. Komponiert hat er, Gebete, Gedichte und Geschichten geschrieben, Ausbildungsliteratur für Blechbläser verfasst, Schallplatten und CDs produziert. 2023 schrieb er Lebenserinnerungen mit dem Titel „Meine Zeit steht in deinen Händen“ auf.
Wie vital Bernhard Köhler noch im Leben steht, war im Mai anlässlich des von ihm vor 60 Jahren gegründeten Posaunenchores der Christuskirche auf der Gänsheide zu erleben. 18 Alphornbläserinnen und -bläser begeisterten Gottesdienstbesucher und Passanten auf dem Kirchplatz mit einer Matinee. Ihr Dirigent: Bernhard Köhler. Er sagt: „Ich hatte ein glückliches Leben voller Arbeit.“