Am 8. März sind Landtagswahlen in Baden-Württemberg, am 22. März stimmen die Wählerinnen und Wähler in Rheinland-Pfalz ab. Wenn ich als Geschäftsführer eines Kita-Trägerverbundes einen Wunsch an die künftige baden-württembergische Landesregierung frei hätte, dann wäre dieser schlicht: Alles in die Bildung!
Egal, welche Bildungsstudie der letzten Jahre man zu Rate zieht – alle bescheinigen dem ehemaligen Musterknaben Baden-Württemberg ein signifikantes Abrutschen, vor allem im Bereich des Lesens und Rechnens. Einig ist man sich, dass man schon im Kita-Alter anfangen muss, gegen diesen Trend zu arbeiten, indem man möglichst früh dafür sorgt, dass alle Kinder „schulbereit“, also mit guten Deutschkenntnissen, in die Schule kommen. Dazu hat das Land das sogenannte Sprachfit-Programm initiiert, das bei Kindern mit Förderbedarf unter anderem eine verpflichtende Sprachförderung im Jahr vor der Einschulung vorsieht. Das ist ein erster Schritt. Aber um im Kita-Bereich möglichst breit und kindgerecht zu fördern, braucht es noch eine weitere Kehrtwende in unserer Bildungspolitik. Wir müssen weg vom „Hauptsache betreut“-Denken der letzten Jahre, in denen dem Personalmangel im Kita-Bereich mit einem großen Zuwachs an Nicht-Fachkräften und kompakteren Ausbildungsgängen begegnet wurde.
Wie aber wollen wir Kindern gute Sprachkenntnisse vermitteln, wenn Teile der vermittelnden Personen hier selbst oft große Defizite aufweisen? Deswegen braucht es nicht noch mehr Programme zum Quer-, Direkt- und Kompakteinstieg als Erzieherin, sondern ein klares Bekenntnis zur klassischen Erzieherinnenausbildung. Denn Kinder sicher verwahren kann fast jeder, aber Kinder auf die Schule und das Leben vorbereiten – das können nur gut ausgebildete und gut bezahlte Erzieherinnen.
Ja, das kostet viel Geld. Aber wann verstehen wir endlich, dass gute Bildung von Anfang an unser kostbarster und einziger Rohstoff ist, den wir in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz haben?