Direkt zum Inhalt
Pfarrer Nicolai Opifanti vor einem blauen Hintergrund.
Nicolai Opifanti meint

Eine Frage der inneren Haltung

Ein ursprünglich aufgeblasener Weihnachtsmann liegt ohne Luft zerknautscht auf dem Rasen. Kolumne
Canva

Alle Jahre wieder grüßt vor Weihnachten die schlimmste Zeit im Jahr – so zumindest schallt es uns in Radiosendungen, Fernsehbeiträgen und leider auch in manchen Predigten entgegen. Die Weihnachtszeit sei eine Ausgeburt an Kommerz, das Geschenkekaufen würde uns in exorbitanten Stress versetzen, die Streitereien unter dem Weihnachtsbaum seien omnipräsent.

Natürlich steckt darin ein Funke Wahrheit. Für manche ist Weihnachten Stress pur, für manche eine familiäre Zerreißprobe und manche stören sich sicherlich auch an der Kommerzialisierung.

Aber trifft diese jährlich wiederkehrende Erzählung wirklich den Kern dessen, wie viele diese Zeit erleben? Ist es nicht so, dass viele gerade diese vorweihnachtliche Zeit besonders genießen: den Besuch des Weihnachtsmarktes als genussvolle Einstimmung auf dieses ganz besondere Fest empfinden, das Schenken als Ausdruck ihrer Dankbarkeit verstehen, weil sie damit Menschen, die sie gern haben, eine Freude machen wollen? Ist nicht für viele das Wiedersehen mit der Familie und das gemeinsame Feiern an Weihnachten ein Ereignis, auf das sie sich schon Tage im Voraus freuen?

Wie so oft hat auch das Begehen der Vorweihnachtszeit etwas mit der inneren Haltung zu tun, mit der wir in diese Zeit gehen. Es ist einfach, sich auch in dieser Zeit das Negative herauszupicken und es groß zu machen. Es ist aber deutlich schöner, in dieser besonderen Zeit das zu suchen, was Freude macht, was dankbar stimmt und was einen vorbereitet auf das Fest der Geburt Jesu. Man kann zum Beispiel in den vielen Lichtern, Leuchtreklamen und weihnachtlichen Werbetafeln die Abgründe des Kapitalismus entdecken oder aber sich daran freuen, dass unsere dunklen Städte durch sie erhellt und in ein wunderschönes vorweihnachtliches Licht getaucht werden. Ja, mehr noch: Man kann sich durch diese Lichter sogar daran erinnern lassen, dass das wahre Licht der Welt, Jesus, zu uns kommt. Dann haben diese Lichter eine prophetische, wegweisende Funktion. Wie gesagt, auf die innere Haltung kommt es an …

Das meint Nicolai Opifanti. Und was meinen Sie?

Sagen Sie uns auf Facebook Ihre Meinung: zu unserer Facebook-Seite

Weitere Kolumnen