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Andreas Koch vor einem blauen Hintergrund.
Andreas Koch meint

Es lebe die Künstliche Intelligenz!

Das Bild zeigt eine blaue Weltkugel, die von der linken Seite mit einer Roboterhand berührt wird. Auf der rechten Seite berührt eine menschliche Hand die Weltkugel. Kolumne
Canva

Sie hieß Gabriele und war die letzte elektrische Schreibmaschine in unserer Redaktion. Noch heute zieht man mich damit auf, dass ich mich von ihr nicht trennen wollte. Da bedurfte es eines Machtworts meines Chefs, um endlich auch mir den Weg zum PC zu weisen.

Heutzutage ist nicht mehr der Computer, sind auch nicht Laptop oder Smartphone die medialen Zauberworte. Spitzenreiter ist vielmehr die KI – Künstliche Intelligenz. Das ist unter anderem ein glänzender elektronischer Redenschreiber. Man muss ihn nur mit ein paar Stichworten füttern und schon spuckt er das für den jeweiligen Anlass perfekte Opus aus. Er macht freilich deshalb auch die Rhetoriker aus Fleisch und Blut zunehmend überflüssig.

Trotzdem bin ich dankbar – dankbar für die „Leitlinie zur KI-Nutzung“. Sie wurde dieser Tage von der ­Evangelischen Landeskirche in Württemberg vorgestellt und soll „eine am Gemeinwohl orientierte, ethisch fundierte und rechtlich sichere ­Nutzung von KI“ ermöglichen. Zielgruppe dieser Leitlinie sind Gemeinden und Einrichtungen sowie Menschen wie ich, die das Tal der Ahnungslosen hinter sich lassen möchten.

Bei allem Lob sei eine kritische Frage dennoch erlaubt: Muss diese gedankliche und sprachliche Dichte wirklich sein? Eines von vielen Beispielen, die mich irritieren: „Risiken sind, wenn Möglichkeiten KI-erzeugter Ergebnisse wie Halluzinationen nicht als solche identifiziert werden, wenn durch Manipulationen ein Erkennen der Wirklichkeit missbräuchlich erschwert wird (sogenannte Deepfakes), wenn die der KI zugrunde liegenden Quellen intransparent sind, wenn Datenverlust oder -missbrauch droht oder wenn nicht hilfreiche (den Menschen schädigende) Nutzungsszenarien angestrebt werden.“ (2.1.2) Thomas Mann lässt grüßen!

„KI in einfacher Sprache“: Lasst doch einfach ein solches Programm über die Leitlinie laufen! Menschen wie ich werden’s danken. Ansonsten aber gilt gerade auch in der Kirche: „Gabriele ist tot. Es lebe die KI!“

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?

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