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Pfarrer Nicolai Opifanti vor einem blauen Hintergrund.
Nicolai Opifanti meint

Familie muss wieder wertgeschätzt werden

Die linke Hälfte des Bildes zeigt einen Mann, wie er staubsaugt und neben seiner Tochter steht. Auf der rechten Seite drückt eine Mutter ihre Tochter. Kolumne
Canva

Neulich ging ein Aufschrei durch die Medien. Im Jahr 2025 sank die Geburtenrate in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1946. Vor allem die finanzielle Belastung für Familien wird als Ursache genannt. Das ist sicherlich ein wichtiger Faktor, doch ich sehe auch noch einen anderen Aspekt, der in allen Diskussionen zu kurz kommt: Die Familie an sich hat keine breite mediale und gesellschaftliche Lobby mehr. Zwar wird viel und heftig über unterschiedliche Familienmodelle gestritten, aber selten wird dabei wertschätzend über alle Formen von Familie gesprochen.

Ich habe daher eine dringende Bitte: Wir müssen das Thema Familie wieder stärker in den Blick nehmen, ohne unterschiedliche Modelle gegeneinander auszuspielen. Traditionelle Familienmodelle, die noch immer für die Mehrzahl das Hauptmodell darstellen, sollten medial und politisch nicht mehr abgewertet werden. Eine Hochschätzung der Familie aus Mann und Frau und Kind bedeutet keine Abwertung anderer Modelle. Ein Mann oder eine Frau, die in den ersten Jahren bei ihren Kindern Vollzeit arbeitet, ist keine rückständige „Tradwife“ und kein „Tradman“ und erst recht nicht faul, wie es die Berichterstattung großer Medienhäuser immer wieder behauptet.

Wir haben viel zu lange unterschiedliche Familienmodelle in Lager und dabei in „gut“ und „böse“ unterteilt. Das muss aufhören! Jeder, der Familie lebt, muss von uns als Gesellschaft radikale Wertschätzung und Unterstützung erfahren. Wir alle müssen Familie wieder als den Grundpfeiler unserer Gesellschaft fördern: mit Geld, Bildung und vor allem mit all unserer ideellen Kraft. Wer schnell wieder arbeiten muss oder will, bekommt tolle Kitas und volle Unterstützung. Wer sein Kind in den ersten Jahren daheim erzieht, bekommt vom Staat steuerliche Entlastung. Wer hingegen weiterhin Familienmodelle gegeneinander ausspielt oder nur für die Rechte einzelner Modelle streitet, muss sich klar machen, dass er damit eine Gesellschaft herbeiführt, die überaltert, verschuldet und unterentwickelt sein wird.

Das meint Nicolai Opifanti. Und was meinen Sie?

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