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Pfarrer im Ruhestand Ludwig Burgdörfer vor einem blauem Hintergrund.
Ludwig Burgdörfer meint

Faszinierender Blick vom Mond zur Erde

Das Bild zeigt eine Aufnahme der Erde, die vom Mond aus gemacht wurde. Kolumne
Canva

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 war ich hellwach. Da landete das amerikanische Raumschiff Apollo 11 auf dem Mond. Um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit saß ich mit ganz vielen Jungs aus meinem Internat vor dem Fernseher, weil unser Heimleiter uns geweckt hatte, damit wir das Jahrhundertereignis ja nicht verpassen. Gemeinsam sahen wir wie gebannt dem Astronauten Neil Armstrong dabei zu, wie er als erster Mensch die Mondoberfläche betrat. Außer uns haben das damals noch zirka 500 Millionen Leute rund um den Erdball mit angesehen und den Atem angehalten. „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit!“ Armstrongs Satz wurde legendär. Wir sahen und hörten zu und spürten dabei, dass es da draußen offenbar einen unendlichen Weltraum gab, weiter weg, als wir uns vorstellen können, und doch so nah, dass man zuschauen kann, was da gerade geschieht.

Mir kam es plötzlich so vor, als seien diese Himmelsstürmer gerade dabei, ein bis dahin geschlossenes Fenster aufzumachen. Jetzt konnte man nämlich nicht nur von hier aus hinauf zum Mond schauen, sondern vom Mond aus einen Blick auf die Erde werfen. Auf diesen blauen Planeten, diese kleine Kugel, frei schwebend wie ein Sandkorn im Orbit. „Da sind wir also“, dachte ich, „hinterm Mond!“ Bald danach bekam ich zum Geburtstag einen Bildband von dieser ersten Mondlandung geschenkt. Ich blätterte und las darin wie ein Eroberer, der in Gedanken mitfliegen kann, um von außerhalb auf diese einzigartige Erde zu schauen, auf der wir alle leben.

Schön und beängstigend zugleich fand ich es damals – und empfinde es bis heute, da wir immer noch „hinterm Mond“ zuhause sind und dafür Sorge tragen müssten, dass nicht eines Tages welche vom Mond herunterschauen und sie nicht mehr finden, diese zauberhafte kleine Kugel im All, uns anvertraut von dem Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.

Das meint Ludwig Burgdörfer. Und was meinen Sie?

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