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Andreas Koch meint

Freue dich, o Christenheit!

Zwei Kinder, zwei Erwachsene im mittleren Alter und zwei ältere Menschen stehen vor einer weihnachtlich dekorierten Kulisse und singen. Kolumne
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Wir unterhalten uns gut an der adventlichen Kaffeetafel. Jemand stellt diese Frage: „Sollte bei einem Gottesdienst an Heiligabend tatsächlich immer dasselbe Lied den Schluss machen – ‚O du fröhliche‘ oder ‚Stille Nacht, heilige Nacht‘?“

Ja, antworte ich. Mich selbst zähle ich zum „O du fröhliche“-Lager. Das hat nicht zuletzt mit Kindheitserinnerungen zu tun.

Heiligabend, unsere Kirche ist voll besetzt, warm und dunkel, am Christbaum flackern echte Kerzen. Da hinein nun die Orgel, die Gemeinde, die erste Strophe: „Welt ging verloren, Christ ist geboren, freue, freue dich, o Christenheit!“ Das mit der Freude wiederholt sich bei Strophe zwei – „Christ ist erschienen, uns zu versühnen“ – und in Strophe drei. Zu ihr tritt der Posaunenchor hinzu: „Himmlische Heere/jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!“

Weihnachten pur, ein bisschen auch ein Nostalgietrip in die Vergangenheit und zumindest für mich bis heute vom Schluss eines Heiligabendgottesdienstes nicht wegzudenken, „Stille Nacht“ hin oder her! Letzteres hat übrigens bis vor einiger Zeit gar nicht in unserem Gesangbuch gestanden.

Umgekehrt habe auch ich eine Frage an die Kaffeerunde: „Wisst ihr eigentlich, wie bei ‚O du fröhliche‘ die einzelnen Strophen gehen und in welcher Reihenfolge sie kommen? Das Gesangbuch nützt in der dunklen Kirche ja nichts.“

Ich selber hab mir diese Brücke gebaut: Erst den Daumen nach unten – „Welt ging verloren!“ Dann den Daumen waagrecht – „Christ ist erschienen!“ Schließlich mit dem ­Daumen nach oben – „Himmlische Heere!“ Über allem steht klangvoll die Weihnachtsbotschaft: „Freue, freue dich, o Christenheit!“ Freue dich in der Familie! Freue dich in Schule, Beruf und sonst im Alltag! Freue dich im Gemeindeblatt-Land! Freue dich im Gazastreifen! Freue dich in der Ukraine! Freue dich urbi et orbi! Freue dich allüberall! „Christ ist erschienen/uns zu versühnen.“

„O du fröhliche!“ Was für ein Lied! Was für ein Schluss!

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?

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