In einer Woche ist Bundestagswahl. Am 23. Februar entscheidet sich, wem wir unser Land für die nächsten vier Jahre anvertrauen wollen. Zu tun gibt es genug. Wählen ist Bürger- und Christenpflicht.
So oder so ähnlich darf man sich unter normalen Umständen einen kirchlichen Beitrag zu einer Bundestagswahl vorstellen. Aber was ist schon normal in diesen Tagen? Ein halbes Jahr früher als geplant werden wir an die Urnen gerufen. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP ist am Ende, eine neue Regierung vonnöten. Damit aber überhaupt neu gewählt werden kann, muss erst der alten Regierung das Vertrauen entzogen werden. Eine inszenierte Show, bei der man sich fragt, ob die Verfassungsväter und -mütter sich das wirklich so vorgestellt haben. Jedenfalls ist Vertrauen auch in der Politik eine Sache, mit der man kein Schindluder treiben sollte. Geht es verloren, lässt es sich kaum wiedergewinnen.
Zudem hat das Ende der Ampel den Eindruck verstärkt, dass die Verantwortlichen in Berlin überfordert sind und die Probleme nicht lösen können, nicht lösen wollen oder beides zusammen. Einseitige Appelle an die Basis zielen in die falsche Richtung. Nicht nur darum geht es, die Bürger zum Wählen zu animieren, sondern die Gewählten auch dazu zu bringen, sich mutig den Herausforderungen zu stellen. Dazu gehört, Talkshows nicht zum Jahrmarkt der Eitelkeiten zu machen und lieber die gestellten Fragen zu beantworten, als langatmig das ewig Gleiche zu sagen. Man kann nicht immer neu wählen. Irgendwann wendet sich das Wahlvolk mit Grausen ab.
Schließlich wird von vielen die kommende Wahl zur Antiflüchtlingswahl hochstilisiert. Wie gewisse Parteien eine solche Haltung mit dem C in ihrem Namen vereinbaren wollen, bleibt eine spannende Frage. Eins ist freilich klar: Jesaja 58,7 – „und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus“ – gehört zum Markenkern unseres Glaubens und ist nicht verhandelbar.
In diesem Sinn gehen Sie trotzdem wählen!