Nicolai Opifant meint

Helden werden im Herzen geboren

Kolumne
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Ich war einer jener pummeligen Jungs, die beim Sportunterricht nicht unbedingt als erstes gewählt wurden und die Schweißausbrüche bekamen, wenn es hieß: „Heute machen wir Feldaufschwung.“ In Gedanken konnte ich schon die lauten Lacher meiner Mitschüler hören bei dem Versuch, meinen „Luxuskörper“ dazu zu bringen, das zu tun, was der Lehrplan offensichtlich für Jungs in dem Alter vorsieht.

Das ich heute, etliche Jahre später, mit Psalm 139 beten kann: „Ich danke dir, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin“, hat damit zu tun, dass ich lernen durfte, meinen Körper als Geschenk Gottes wahrzunehmen, auch wenn er mit seinen Gaben nicht oder nur teilweise den Idealvorstellungen vom perfekten Männerkörper entspricht, die sich hartnäckiger in unserer Gesellschaft halten als Günther Jauch im Quizstuhl. Ich habe gelernt, dass es auch als Mann ok ist, Menschen um Hilfe zu fragen, wenn der eigene Körper einem manchmal einfach einen Strich durch die Rechnung macht. Ich kann mittlerweile andere die steilen Berghänge hochrennen lassen und selbst unten bleiben, ohne gleich an meiner Männlichkeit zu zweifeln. Dafür bin ich dankbar.

Heute kann ich mir und anderen, die mit manchen klassischen Geschlechterbildern kämpfen, sagen: Du bist wunderbar gemacht! Du bist wunderbar gemacht, auch wenn Gott dir zwei linke Hände gegeben hat, du bist wunderbar gemacht, auch wenn du im Sportunterricht nicht mithalten konntest, du bist wunderbar gemacht, wenn dein Körper anders aussieht als der von den Models auf den Mode-Plakaten.

Im Herzen werden Helden geboren, nicht in Hollywood, denn dort, in deinem Herzen, entscheidet sich wie und mit welchen Werten du durchs Leben gehst. Du kannst hundert Mal an allen stereotypen Männlichkeitsbilder scheitern, wenn dein Herz voll ist mit Liebe und Verantwortung gegenüber Gott, gegenüber Menschen und gegenüber der Schöpfung, dann bist du ein Mann nach dem Herzen Gottes.

Das meint Nicolai Opifanti. Und was meinen Sie?

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