Bekanntlich soll man Feste feiern, wie sie fallen. Das gilt auch für den besonderen Geburtstag, der zum Monatswechsel auf dem Kalender steht. Seit fünf Jahren gibt es nämlich im Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg die Kolumne „Sie oder er meint …“. Anfang Februar 2021 wurden die Leserinnen und Leser des Gemeindeblatts zum ersten Mal dazu eingeladen, sich an der Meinungsbildung zu einem aktuellen Thema – damals Corona – aktiv zu beteiligen, und zwar vornehmlich auf Facebook, einem der sozialen Netzwerke. Aus dem einen Sonntag ist ein halbes Jahrzehnt geworden – mit offenem Ende hoffentlich. Den jeweiligen Aufschlag machen meinungsfreudige Autoren wie Ludwig Burgdörfer, Nicolai Opifanti, Lucie Panzer und meine Wenigkeit. Heraus kommt dabei eine mal ernste, mal heitere Kolumne, während die Kollegen selber als Kolumnisten firmieren. Definition laut Lexikon: „Eine Kolumne ist ein kurzer, meinungsstarker Beitrag, der regelmäßig erscheint und die persönliche Sicht eines Autors (Kolumnisten) darstellt.“
Wie gesagt: Es ist dies ein besonderer Geburtstag, und zu einem solchen Geburtstag mag man nicht mit leeren Händen kommen. Wohl aber mit einem kleinen Strauß schöner Zitate, die alle mit Meinung zu tun haben. Max Frisch zum Beispiel schreibt: „Man soll dem andern die eigene Meinung wie einen Mantel hinhalten, damit er hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.“ Jesus dagegen empfiehlt Klartext: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.“ Friedrich Schiller schließlich warnt davor, das Meinen zu überhöhen: „Das Herz und nicht die Meinung ehrt den Mann.“ Und die Frau sicher auch.
Solchermaßen bestens gebrieft können weitere „Meinungsjahre“ kommen. Und es können kommen noch mehr Pros und Contras von Ihnen zu dem, was Ihre Kolumnisten sagen. Voraussetzung dafür ist allerdings eins: Man muss selber etwas meinen. Und deshalb zum Schluss das hier von mir: „Ich meine, also bin ich.“