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Pfarrer im Ruhestand Ludwig Burgdörfer vor einem blauem Hintergrund.
Ludwig Burgdörfer meint

Klima- statt wehrtüchtig werden?

Ein Globus, beklebt mit Wundpflastern und Klebeband, das ein trauriges Gesicht bildet. Kolumne
Canva

Auf der To-do-Liste der Politik steht der Klimaschutz, wenn überhaupt, ziemlich weit unten. Fast jede Nachrichtensendung beginnt zurzeit mit Kriegsberichterstattung und Themen der unbedingt anzustrebenden Kriegstüchtigkeit. Dabei wäre doch die Bewahrung der Schöpfung als höchstes anzustrebendes Gut zuallererst zu verteidigen. Ohne die Voraussetzung der zukünftigen Bewohnbarkeit der Erde ergibt alles andere doch gar keinen Sinn. Das wissen wir schon lang.

Der 1972 veröffentlichte Bericht des Club of Rome war damals als knallharte Studie zur Frage der Zukunft des Planeten unter dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ erschienen. Schon damals wurden alle Zahlen und Fakten vorgelegt, die eindrucksvoll belegten, dass wir mit der herrschenden Weltwirtschaft und unserem Umgang mit Ressourcen direkt auf den Abgrund zusteuern. Auf dem Cover war eine zerquetschte Weltkugel zu sehen. Das sagte alles.

Die Begriffe „Umweltschutz“ oder „Klimawandel“ waren noch nicht erfunden. Und doch hatte die Notwendigkeit zum globalen Denken und Handeln schon vor über 50 Jahren eine unwiderlegbare Begründung. Die Schlussfolgerungen waren so nachvollziehbar, dass sich völlig logisch daraus ergeben musste, dass wir bei einem unveränderten Lebensstil untergehen. Das Buch wurde in 30 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Dennoch ist es eine Wegbeschreibung eines vermeintlich unentrinnbaren Scheiterns geblieben.

Klimaschutz ist ein Luxusproblem, dem wir uns nur dann widmen, wenn es keine anderen dringend zu erledigenden Aufgaben gibt. Die Stimmen der Kirchen sind da bei weitem nicht unruhig, empört und entschlossen genug. Das Mandat zum Protest in Gottes Namen wird eher nicht wahrgenommen. Der Schöpfungsauftrag verhallt in der Hitze des Augenblicks. Wir brauchen gar keine Feinde von außerhalb. Wir erledigen den allmählichen Untergang schon ganz alleine.

Das meint Ludwig Burgdörfer. Und was meinen Sie?

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