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Andreas Koch meint

Kriegsminister gibt’s nicht mehr

Das Bild ist zweigeteilt: Auf der linken Seite ist eine gemalte weiße Friedenstaube zu sehen. Auf der rechten Seite sind drei Soldaten von hinten zu sehen.  Kolumne
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Ist Donald Trump jetzt vollends von allen guten Geistern verlassen? Zum einen hat er dieser Tage das amerikanische Verteidigungsministerium in Kriegsministerium umbenannt. Damit solle, so Trump, das „Krieger­ethos“ wiederbelebt werden. Zum andern plante Trump, niemand Geringerem als Chicago den Krieg zu erklären. Die vermeintliche Widerspenstigkeit der Metropole am Michigansee, was Deportationen anbelangt, störte ihn gewaltig. „Ich liebe den Geruch von Abschiebungen am Morgen“, schwadronierte der Präsident vor einer apokalyptischen Social-Media-Kulisse. Kann man so jemand überhaupt noch ernst nehmen?

Apropos „Kriegerethos“. In der Lesart von „Kriegsminister“ beziehungsweise „Secretary of War“ Pete Hegseth bedeutet das: „Offensive statt Defensive, maximale Tödlichkeit, nicht laue Legalität, gewaltsame Wirkung, nicht politische Korrektheit.“

Bei uns heißt der militärische Zuständigkeitsbereich innerhalb der Bundesregierung Ministerium der Verteidigung. Das klingt deutlich weniger aggressiv als Kriegsministerium. Trotzdem sei eines zu bedenken gegeben: Das Pendant zum Wort Krieg ist Frieden und nicht Verteidigung. Müsste deshalb nicht auch bei uns über eine Umbenennung des „Verteidigungsministeriums“ und eine neue Funktionalität nachgedacht werden, wenn auch sozusagen in umgekehrter Richtung? Ich jedenfalls könnte einem „Friedensministerium“ und einem „Friedensminister“ Boris Pistorius mehr abgewinnen als allen Trumps, Hegseths & Cos. dieser Welt.

Zurück zu Donald Trump. Ja, er ist von allen guten Geistern verlassen, wenn er ausschließlich auf die Karte Krieg setzt. Umgekehrt wird ein Schuh draus – mit Nenas „99 Luftballons“: „Kriegsminister gibt’s nicht mehr – und auch keine Düsenflieger.“ Noch schöner aber zeichnet der Prophet Jesaja dieses Bild: „Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ Was unsere Welt nicht braucht, ist Donald Trump.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?

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