Andreas Koch meint

Miteinander kriegen wir das hin

Kolumne
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Das hier geht nur in der Ichform. Weil es vor allem meine Krankheit ist, um die es hier geht. Und weil ich es bin, der etwas sagen möchte. Kopfschüttelnd zum einen, dankbar zum andern. Auf jeden Fall aber fest entschlossen, Mut zu machen, und das nicht nur mir selber.

Ich habe Parkinson. Bislang hat man mir das nicht wirklich angesehen. Jetzt lässt es sich nicht mehr übersehen. Je öfter ich aber darauf angesprochen werde, desto mehr wird mir bewusst: Diese Krankheit begleitet mich für den Rest meines Lebens. Sie ist unheilbar.

Dummerweise schau ich dann auch noch eine Folge der Fernsehserie „Die Bergretter“ an. Eine Frau will sich aus Verzweiflung von einem Fels in den Tod stürzen. „Ja, unter anderem sind es die Augen“, klagt sie dem Helfer, der sie vom Sprung in die Tiefe abzuhalten versucht. „Ich werde vielleicht bald nichts mehr sehen, auch nicht mehr richtig sprechen, mich nicht mehr bewegen, mich an nichts erinnern können. Parkinson!“

Natürlich hat das Ganze im Film ein Happy End – bergrettungsmäßig jedenfalls. Trotzdem oder gerade deswegen frage ich mich, wozu dieses allzu allgemeine, düstere, Angst einflößende Krankheitsbild gut sein soll. Schwarzmalerei zu Unterhaltungszwecken? Dazu fällt mir nur das Wort „fahrlässig“ ein. Manche würden ja vielleicht wirklich springen. Selber denke ich da lieber an meinen Arzt und bin dankbar für diesen Satz von ihm: „Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken! Miteinander kriegen wir das hin.“ So etwas baut auf, auch wenn es leider keinen Zweifel an der Schwere dieser Krankheit geben kann.

Genau darum aber geht es auch mir hier und heute, nämlich allen, die wie ich Parkinson oder eine andere unheilbare Krankheit haben, drei Dinge ans Herz zu legen: Das Leben ist schön – trotz allem. Und: Vergessen wir nicht, was die Medizin heute alles kann! Schließlich: Nicht umsonst verwendet Jesus für sich das Bild von einem Arzt, der sich um Kranke kümmert. Auch im Himmel sind wir also nicht vergessen.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?

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