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Lucie Panzer meint

Nach vorne schauen für ein gutes neues Jahr

Bibelspruch im Vordergrund. Im Hintergrund sind sechs Hände zu sehen, die Wunderkerzen in die höhe strecken. Kolumne
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„Ein gutes neues Jahr“ haben wir uns gewünscht. Wie immer. Aber weil es so viele Krisen gibt, meint das ja wohl: Die Welt soll besser werden. Gerechter. Barmherziger. So, dass alle haben, was sie zum Leben brauchen. So, dass die Starken Rücksicht nehmen auf die Schwachen. Dass die Mächtigen dafür sorgen, dass auch die Benachteiligten ihr Recht bekommen. Dass es keine Kriege mehr gibt und niemand aus Angst seine Heimat verlassen muss.

Wenn man all diese Wünsche zusammen  nimmt, dann wäre die Welt das Paradies. Oder, wie wir Christen sagen: das Reich Gottes. Eine Welt, in der es so zugeht, wie Gott sich das vorstellt. Im Grunde wünschen sich das, glaube ich, alle Menschen, Christen und Nichtchristen. Aber wie wird sie besser, die Welt?

Viele sagen: Früher war es besser. Da müssen wir wieder hin. Da war klar, wer der Herr im Haus ist und wer die Hausfrau. Da war klar, wo oben ist und wer unten. Und die Welt war gut, jedenfalls für die Herren und für die oben. Aber Hand aufs Herz: So toll war das auch nicht.

Das hat Jesus wohl gemeint, als er gesagt hat: „Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückschaut, der eignet sich nicht für das Reich Gottes“ (Lukas 9,62).

Ich verstehe: Man muss nach vorne schauen, auf das Ziel, wenn man eine bessere Welt will. Nicht immer bloß sagen: Früher war es besser. Auch nicht bloß fragen: Wie komme ich heute einigermaßen heil durch? Sondern: Wohin wollen wir eigentlich? Ich jedenfalls möchte dahin, wo man niemanden ausschließen muss, weil ja genug für alle da ist. Wo keine Angst haben muss, dass sie zu kurz kommt. Und wo man Probleme offen ansprechen und gemeinsam nach Lösungen ­suchen kann. So soll es sein. Nicht das Paradies, aber eine gute Welt, „wie im Himmel so auf Erden“.

Das ist ein schönes Bild für die Zukunft, finde ich. Wer zurückschaut, verliert das leicht aus dem Auge. Ich weiß: Es muss sich viel ändern, wenn das etwas werden soll. Vor ­allem müssten wahrscheinlich wir uns ändern, Sie und ich. Damit es etwas wird mit der besseren Welt.

Das meint Lucie Panzer. Und was meinen Sie?

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